Sie zeigen stumm, was wir nicht ausgesprochen hören wollen
Jeden Donnerstag, zwischen 17 und 20 Uhr, steht die Tierrechtsorganisation Anonymous for the Voiceless in der Ulmer Fußgängerzone. Selbst im Winter bei Minusgraden. Während andere sich in Cafés oder auf die warme Couch zurückziehen, bleiben sie draußen, schwarz gekleidet und mit Bildschirmen vor sich.
Gezeigt werden auf den Bildschirmen Ausschnitte aus der Dokumentation Dominion: Szenen aus Schlachthöfen und aus der industriellen Tierhaltung, wie man sie im Alltag kaum zu Gesicht bekommt. Die Anonymous for the Voiceless zeigen all das, was man im Alltsg gerne verdrängt. Die Aktivisten sprechen Passanten direkt an und stellen eine einfache, aber unbequeme Frage: Wollen Sie das wirklich mitverursachen?
Nicht jeder bleibt stehen. Es kostet Überwindung hinzusehen. Doch genau darum geht es. Die Gruppe setzt auf Konfrontation mit der Realität, nicht auf leises Zeigen.

Und selbst wenn viele weitergehen: Jede Person, die stehen blebt, zuhört und vielleicht ins Nachdenken gerät, ist für die Aktivisten ein Erfolg. Denn gesellschaftliche Veränderung beginnt selten mit der Masse. Sie beginnt oft bei einem einzelnen Menschen, der bereit ist, genauer hinzusehen.