Tierschutz, Ernährung und Gesundheit in Ulm, Neu-Ulm und Günzburg

Tiere in der Region

Mensch und Tier in der Region

Überall in der Region treffen Mensch und Tier zusammen – manchmal zum Wohl, manchmal zum Leid der Tiere. Unsere Karte zeigt einige Highlights, von den Fledermäusen in den Höhlen auf der Alb über den Ulmer Schlachthof bis zum Straußeneiland in Leipheim.

März 2026

Die erste Ausgabe liegt aus

Es ist soweit: Die Vegionale liegt gedruckt an vielen Stellen in der Region aus, in Ulm, Neu-Ulm, Günzburg und darum herum.

zur digitalen Version →

Aus dem Magazin

Gemischtes

  • Ernährung & Gesundheit

    Nährstoffe, die Veganern fehlen könnten

    Calcium

    Die meisten Menschen, die vegan werden, fühlen sich dadurch gesundheitlich rasch besser, oft sogar erheblich. An sich ist das keine Überraschung: Wer mehr Pflanzen isst, nimmt weniger Fett und weniger Kalorien, aber mehr Vitamine, Ballaststoffe und Antioxidantien zu sich, was, nach allem was die Ernährungsforschung weiß, prima ist. Die meisten Langzeitstudien bestätigen das. Wo immer man auf Jahrzehnte hin beobachtet, welchen Einfluss die Ernährung auf die Gesundheit hat, zeigt sich, dass Veganer seltener krank werden und später sterben. Ob dies daran liegt, dass sie nichts Tierisches zu sich nehmen – wie Veganer gerne sagen – oder daran, dass sie tendenziell gesundheitsbewusster leben – wie Fleischesser oft einwenden –, wird wohl noch lange diskutiert werden. Fakt sollte aber sein, dass das Vegansein einem gesunden Leben nicht im Weg steht. Wer sich von Obst und Gemüse in allen Farben, vor allem rot, blau und grün, sowie Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Saaten ernährt, kann kaum etwas falsch machen. Nichtsdestoweniger sollte man einige Nährstoffe im Blick haben und gegebenenfalls supplementieren: finden Veganer zwar reichlich in Kohlgemüse und Hülsenfrüchte. Da diese aber auch reich an Antagonisten wie Oxalsäure und Phytin sind, die die Calcium-Aufnahme hemmen, kann es dennoch zu einem Mangel kommen, der langfristig der Knochengesundheit schadet. Vitamin B12 ist in veganen

  • Politik & Recht

    Schweinehaltung vor dem Verfassungsgericht

    Mehrere Tierschutzorganisationen drängen das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, einen sogenannten „Normenkontrollantrag” zu bearbeiten, den das Land Berlin schon 2019 eingereicht hat. Der Antrag enthält ordentlich Sprengstoff: Er bestreitet, dass die Verordnungen zur Schweinehaltung, wie sie in Deutschland gelten, dem Tierschutzgesetz gerecht werden, dem zufolge jeder Halter „das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen” muss. Da der Tierschutz seit 2002 als Staatsziel verankert ist, würden die Verordnungen damit dem Grundgesetz widersprechen. Der Antrag begründet dies auf 200 Seiten hieb- und stichfest, doch die Richter sträuben sich bisher, den Fall zu bearbeiten. Vielleicht scheuen sie die juristisch zwar unvermeidbare, aber kommunikativ schwer verdauliche Schlussfolgerung, dass Schnitzel und Bratwurst, wie man sie üblicherweise auftischt, gegen die Verfassung verstoßen.

  • Ernährung & Gesundheit

    Österreich bildet erste vegane Köche aus

    In Österreich starteten 2025 die weltweit ersten Ausbildungen zum vegetarischen und veganen Koch. Dies lockt auch Auszubildende aus Deutschland an, wo die Lehre noch zu weiten Teilen darin besteht, Tierleichenteile zu verarbeiten. Möglich gemacht haben die Ausbildung Parlamentarier der Grünen sowie die Vegane Gesellschaft Österreichs – und wie es aussieht, erfreut sie sich schon jetzt reger Beliebtheit.

  • Ernährung & Gesundheit

    „Unsere Tierhaltung macht die Tiere krank – und damit auch die Menschen.“

    Zwei Probleme, eine Lösung

    Oft hört man, dass das Gesundheitswesen an seinem Limit arbeite, da immer weniger Ärzte immer mehr Kranke versorgen. Die Lösung dafür wäre, meint Dr. Buck, verblüffend einfach: „Wenn sich die Leute mehr bewegen und sich besser ernähren würden, hätte ich 80 Prozent weniger Patienten.” Der Ulmer Orthopäde betreut neben hunderten von Patienten auch die Fußballer des SSV Ulm sowie die Nationalmannschaft der Leichtathleten. Aus seinen Erfahrungen weiß er, dass eine falsche Ernährung der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit abträglich ist und eine sinnvolle Umstellung beides verbessert. Ein großes Problem sind „kurzkettige Kohlenhydrate“, vor allem Zucker und raffiniertes Weizenmehl. „Das ist praktisch Gift.“ Der Stoffwechsel spaltet kurzkettige Kohlenhydrate rasch in das kleinste Bauelement Glucose auf, wodurch starke Insulinausschüttungen ausgelöst werden. Dies führt unter anderem zu den berüchtigten Heißhungerattacken. Zudem lagert sich Glucose als Säure im Bindegewebe ab, was Entzündungen auslösen und weitere Hormonprozesse negativ beeinflussen kann. Das zweite Problem ist zu viel fettiges Fleisch. „Ein großes Problem sehe ich in der Haltung der Tiere. Sie macht Tiere krank und infolge auch die Menschen, die ihr Fleisch essen.“ Der hohe Fettanteil von etwa Schweinefleisch stört den Fettstoffwechsel, schlechte Fettsäuren verstopfen die Gefäße und verursachen Entzündungen. Dazu ko

  • Haustiere

    Die Haustier-Seite

    Haustiere halten eine besondere Stellung im Tierreich. Während die meisten Nutz- und Wildtiere eher das Opfer der menschlichen Zivilisation sind, profitieren Haustiere von ihr. Sie genießen Schutz vor Unwetter und Fressfeinden, nehmen eine medizinische Versorgung in Anspruch, von der früher Könige geträumt hätten, und sind von Rechts wegen besser vor Gewalt und Missbrauch geschützt als Kinder noch vor wenigen Jahrhunderten. Nichtsdestoweniger leiden Haustiere oft unter den Menschen, etwa wenn sie als falsch erzogene Problemhunde keine Halter mehr finden oder nach einer unüberlegten Anschaffung einfach wieder ausgesetzt werden.

  • Politik & Recht

    Der Ostsee-Dorsch ist verloren

    Weil die Bestände von Dorsch und Hering in der Ostsee rapide zurückgehen, hat der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) empfohlen, die Fangquoten für beide Arten für 2026 und 2027 auf Null zu senken. Die EU-Kommission schlug zumindest vor, die Quoten erheblich zu reduzieren. Doch sie scheiterte damit am Europarat, an dem die zuständigen Fachminister beteiligt sind, darunter der deutsche Landwirtschaftsminister Alois Rainer. Der Europarat habe damit, erklärt der Kieler Meeresbiologe Rainer Froese dem Deutschlandfunk, das Schicksal des Dorsches in der Ostsee besiegelt. Er sei „verloren”, die Ausrottung ohne Fangquoten unvermeidbar.

  • Tierhaltung

    Tierschutzskandale 2025

    Hühner: Den Kopf bei lebendigem Leib abgerissen

    Wenn eine Legehenne ausgedient hat, wird sie meist geschlachtet und als Suppenhuhn verkauft. Die Tierschutzorganisation Aninova hat im größten deutschen Schlachthof für Suppenhühner im fränkischen Ansbach ermittelt. Hier werden am Tag rund 100.000 Hennen am Fließband getötet und unter der Marke „Luna Suppenhühner” etwa bei Rewe verkauft. Und als wäre das Leben als Legehenne nicht schon hart genug, werden die Tiere dabei maximal gequält und misshandelt. 500 Stunden Videomaterial zeigen mehr als 500 Vorfälle: Mitarbeiter boxen, schlagen, würgen, werfen die Hühner; ihre Köpfe bleiben manchmal am Schlachtband hängen und werden bei lebendigem Leib abgerissen. Nach der Aufdeckung wurde der Schlachthof geschlossen – und bleibt das wohl auch. Rinder: Jeder Tag in Ketten, das ganze Leben lang Die Tierschutzorganisation Aninova hat in Bretzfeld, Hohenlohe, verdeckt in einem Milchbetrieb gefilmt. Rund 50 Kühe leben das ganze Jahr – ihr ganzes Leben – in einer engen Anbindehaltung, die ihnen kaum erlaubt, sich zu bewegen und miteinander zu interagieren. Die Milch wird von der Molkerei Hohenlohe abgeholt und etwa bei Edeka oder Rewe verkauft. Anders als in Schweden, Österreich und der Schweiz ist die ganzjährige Anbindehaltung in Deutschland legal. Rund eine Million Rinder leiden unter dieser Haltungsform, insbesondere in Bayern. Allerdings halten viele Tierärzte und auch Juristen die ganzj

  • Politik & Recht

    EU möchte Sojaschnitzel zensieren

    Das Europaparlament will es verbieten, veganen Ersatzprodukten Titel wie „Schnitzel“ oder „Wurst“ zu geben. Damit stößt es aber auf einen überraschenden Widerstand.

    Im Herbst erntete das Europaparlament reichhaltig Spott und Häme. Das EU-Organ hatte sich der Fleischindustrie etwas zu offensichtlich als linke Hand angeboten. Das Parlament bestätigte einen Gesetzesentwurf, der Bezeichnungen wie etwa „Vegane Wurst” oder „Soja-Schnitzel” EU-weit verbieten soll. Mehr als 30 Begriffe – darunter auch Speck, Brust, Huhn und Rind – bleiben demnach Waren vorbehalten, die Teile toter Tiere enthalten, angeblich, um zu verhindern, dass der Verbraucher in die Irre geführt wird. Trotz entschiedener Proteste aus der Wirtschaft – darunter auch von Aldi, Lidl und Burger King – stimmte das Europaparlament im Oktober für den Entwurf. Absurderweise hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) erst 2024 das glatte Gegenteil geurteilt: EU-Staaten dürften Begriffe wie Soja-Schnitzel, so der EuGH, eben nicht verbieten, da bereits die bestehenden Beschreibungs-Auflagen ausreichen, um Verbraucher vor Irreführung zu schützen – also davor, versehentlich doch keine Teile toter Teile in den Einkaufswagen zu legen. Bezweifelt das Europaparlament damit das Urteil des EuGH? Oder unterstellt es dem Verbraucher, binnen eines Jahres Urteilsfähigkeit abgebaut zu haben? Oder – und das ist am wahrscheinlichsten – vertritt es schlicht und ohne Skrupel die Interessen der Fleischindustrie? Die sieht sich nämlich angesichts stagnierender oder rückläufiger Umsätze zu Recht von der dynami

  • Philosophie

    Vom Abolitionismus zur politischen Integration von Tieren

    Viele Philosophen und Ethiker verzichten seit langem auf Fleisch. Eine inspirierende Perspektive auf das Zusammenleben von Mensch und Tier bildete sich aber erst in den letzten Jahren.

    Das Unbehagen daran, Tiere zu essen, ist uralt. Seit jeher weigern sich die großen Denker fast aller Epochen, zu vergessen, dass das Stück Fleisch, das saftig und fettig auf ihrem Teller liegt, einmal ein Tier war. Der Begründer der Mathematik, Pythagoras, verzichtete angeblich auf Fleisch, wie auch viele Jahrhunderte später der Begründer der Relativitätstheorie, Ulms größter Nestling Albert Einstein, und, zwischen und nach ihnen, Hunderte weitere exzellente Köpfe, darunter Leonardo da Vinci, Mohandas Ghandi, Charles Darwin, Leo Tolstoin, Wilhelm Busch, Lewis Hamilton, Rob Zombie und viele mehr. Es gehört zur emotionalen Grundausstattung des Menschen, Empathie mit Tieren zu empfinden. Der antike Vegetarismus hallt noch in der Bibel nach, wenn Paulus den Korinthern schreibt, dass „wir weder besser noch schlechter [sind], ob wir nun das Fleisch essen oder nicht” – ein klarer Hinweis darauf, dass es unter frühen Christen verbreitet war, aus ethischen Gründen auf Fleisch zu verzichten. Im 19. Jahrhundert wurde der Vegetarismus zur Bewegung, wofür die 1847 gegründete Vegetarian Society steht. Der Veganismus dagegen entstand erst im 20. Jahrhundert (die Vegan Society 1944). Er verzichtet nicht nur auf Fleisch, sondern auf alle tierischen Produkte – Milch, Eier, Wolle, Pelze, Leder, selbst Honig – da diese, sobald sie industriell hergestellt werden, Ausbeutung und Leid verursachen. Di

  • Politik & Recht

    Landwirte aus Kreis Memmingen vor Gericht

    Am Memminger Landgericht läuft seit Januar der „wohl bedeutendste aktuelle Tierschutzprozess", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz: Zwei Landwirte und ihre Angestellten müssen sich wegen der „teils massiven Misshandlung von Rindern" rechtfertigen: Sie hatten 58 Rindern die angebrachte tierärztliche Versorgung verweigert und kranke Tiere qualvoll mit einem Radlader transportiert. Die SOKO Tierschutz hatte dieses Leid schon 2019 dokumentiert, die Landwirte legten bereits 2023 ein Geständnis ab. Seit Januar gibt es 16 weitere Verhandlungstage vor Gericht. „Mehr denn je ist die Politik gefordert, den rechtsfreien Raum und das Vollzugsdefizit bei Milchkühen in Bayern und bundesweit endlich zu beenden,” kommentiert Mülln. Mit einem Urteil ist ab Mitte Mai zu rechnen.

  • Tierhaltung

    Die Geflügelpest tobt

    In Deutschland forderte die Vogelgrippe im vergangenen Winter mehrere Millionen Opfer – und bedroht zunehmend Wildvögel.

    Die „aviäre Influenza”, wie die Vogelgrippe fachmännisch heißt, tritt seit 2004 in jedem Winter auf – selten aber so heftig wie im vergangenen. Ende 2025 hatte die Seuche bereits rund 2,5 Millionen Tiere das Leben gekostet. Die Schwerpunkte lagen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, betroffen waren vor allem Puten und Hühner. Sobald in einem Betrieb eine Infektion festgestellt wird, greift ein Protokoll: Es gibt eine Sperr- und eine Schutzzone. In ihr gilt eine Stallpflicht für Geflügel sowie strenge Hygieneauflagen. In der Herde, in der die Seuche auftritt, werden alle Tiere „gekeult”, also getötet. Selbst wenn nur ein einziges betroffen war. Wegen dieses rabiaten Seuchenschutzes explodierten die Opferzahlen rasch. Allein in Niedersachsen wurden 1,5 Millionen Vögel getötet. Zu sagen, dass die Tiere ohnehin geschlachtet werden, wäre dabei zu einfach: Denn die Kadaver werden verbrannt, anstatt in den Handel zu gehen. Daher kommen die 2,5 Millionen gekeulten Tiere auf die Leben hinzu, welche die Fleischindustrie ohnehin nimmt, sozusagen als Bonus: Sie werden mit gebraten, gegrillt und gekocht, wenn Göckele oder Pute auf dem Teller landen. Die Landwirte, die ihre Tiere verlieren, erhalten dagegen von der Tierseuchenkasse eine Entschädigung. In Niedersachsen zahlte die Kasse rund 32 Millionen Euro aus, die Hälfte davon aus Steuermitteln. Wildtiere vermehrt betr

  • Philosophie

    Trolle gegen Veganismus

    Ein angeblicher Whistleblower berichtet über antivegane Propaganda durch die Fleischindustrie: Diese bezahle Menschen dafür, eine tierleidfreie Ernährung online schlecht zu reden. Die antiveganen Trolle geben sich als gesundheitsgeschädigte Ex-Veganer aus, dramatisieren Nährstoffmängel, verherrlichen Fleisch als Superfood, übertreiben die Profite der Hersteller von Ersatzprodukten, greifen Tierschutzorganisationen wie PETA an und streuen falsche Daten über tote Tiere bei Getreideernten.

Regionales

  • Aktivismus

    Anonymous for the Voiceless

    „Die meisten Leute reagieren erschrocken – wie normale Menschen, die Empathie haben.“ Man findet Stefan, 19 Jahre alt und Mathestudent an der Uni Augsburg, am Abend meist in einer Fußgängerzone. Einmal die Woche in Ulm, Ingolstadt und Augsburg, zweimal die Woche in München. Dort spricht Stefan für die „Anonymous for the Voiceless“ Passanten an, während einer aus der Gruppe mit Guy-Fawkes-Maske einen „Cube“ hält, einen Bildschirm auf der Brust, manchmal noch am Rücken, auf dem der Film „Dominion“ läuft – schwer erträgliche Szenen der alltäglichen Tierqual in Schlachthäusern und Ställen hinter der Fassade unseres Alltags. Die Gruppe versucht, Empathie für die Tiere zu wecken, und fordert die Passanten auf, künftig vegan zu leben. In Ulm trifft man sie seit Juli 2025 jeden Donnerstag von 17 bis 20 Uhr in der Fußgängerzone zwischen Münster und Bahnhof. Das lose verbundene Netzwerk hilft dabei, sich nicht allein zu fühlen und gute Argumentations-Strategien zu finden. So oft die fürchterlichen Videos auf den Cubes zu sehen, schlägt Stefan manchmal aufs Gemüt – aber laut für die Tiere zu werden gibt ihm Sinnhaftigkeit und Resilienz. Mitmachen? Kommt vorbei oder vernetzt euch auf Instagram: @av.ulm „Viele Leute erkennen den Widerspruch, Tiere zu respektieren, sie aber dann eine Ecke weiter auszubeuten.”

  • Haustiere

    „Jährlich kommen um die 200 Tiere an“

    Ein Einblick in das Günzburger Tierheim Arche Noah

    Sicherlich fragt man sich: Was muss passieren, dass so viele Lebewesen pro Jahr abgegeben oder gefunden werden? Häufig ist die Allergie gegen die Fellnasen ein Grund. Viele wissen nicht, dass sie allergisch sind, etwa gegen Katzenhaare, und bemerken es erst, wenn die Nase beim Schmusen läuft. Manchmal sind es auch finanzielle Schwierigkeiten, oder, immer häufiger, unüberlegte Anschaffungen. Oft werden die Tiere herrenlos gefunden, ob vor den Türen des Tierheims oder auf den Straßen. Die Mitarbeiter lassen das Tier nach der Ankunft durchchecken und, sofern sich kein ursprünglicher Halter meldet, impfen und gegebenenfalls kastrieren. Anschließend suchen sie nach einem neuen, liebevollen Zuhause. Bis dahin haben Katzen im Tierheim sechs gut ausgestattete Räume mit Kratzbäumen und Außenbereich; Hunde verweilen in großzügigen Zwingern im Hundehaus, welche mit Fußbodenheizung ausgestattet sind und ebenfalls über einen Außenbereich verfügen. Im Durchschnitt befinden sich etwa 30 Katzen und 10 Hunde im Heim. Aber keine Sorge, so viele wie abgegeben werden, werden wieder vermittelt. Jungtiere finden schnell ein neues Zuhause. Schwerer haben es ältere, chronisch kranke oder traumatisierte Tiere. Manche besonders schwierigen Fälle bleiben auch länger oder gar für immer im Tierheim. „Doch mit einem Sozialisierungs-Training geben wir auch schwierigen Vierbeinern die Chance, sich zu entwicke

  • Tiere in der Region

    Leben und leiden lassen

    Eines gilt für fast alle Tiere in der Region: Sie sind vom Menschen abhängig. Manchmal zu ihrem Wohl – häufiger aber zu ihrem Leid.

    Wir Menschen beherrschen und verwalten den gesamten Lebensraum, selbst da, wo er noch natürlich wirkt – einschließlich der Tiere in ihm. Am deutlichsten wird dies im Leben der Nutztiere, der Schweine, Rinder, Hühner, Truthähne, Schafe. Ihr Leben unterliegt einer lückenlosen Kontrolle durch die Menschen. In den ausgedehnten Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg leben etwa 60.500 Rinder, 32.500 Schweine und 11.300 Schafe oder Ziegen. Allein in Neu-Ulm werden 76.000 Hühner, Truthähne und andere Geflügelarten gehalten. Schweinezüchter findet man vor allem in der Region um Ehingen. Hier liefern viele Züchter ihre Ferkel an den Vermarkter Schleker. Nicht weit davon, im Ulmer Donautal, befindet sich einer der größten Schlachthöfe Süddeutschlands, und in Günzburg stellt OSI die Patties für McDonalds her. An der Massentierhaltung hängen zahlreiche Jobs, vermutlich Zehntausende. Allein in Günzburg gibt es 700 Rinder- und 140 Schweinehalter sowie hunderte Geflügelhalter. Dazu kommen die Schlachthöfe, Molkereien, Metzger, Köche, Tierärzte … Eingriffe in Lebensräume Die meisten Nutztiere leben unter unvorstellbar fürchterlichen Bedingungen. Der Mensch tritt ihnen gegenüber buchstäblich als Dämon auf. Um sie an die Haltungssysteme anzupassen, amputiert er den Puten die Schnäbel und den Ferkeln die Ringelschwänze; nach einem kurzen, freudlosen Leben tötet er sie dann, fast noch im Kindesalter. Imm

  • Haustiere

    „Rausfinden, was funktioniert – und dann hartnäckig bleiben“

    Lena Probst leitet die Ulmer Hundeschule Pedadogical und resozialisiert Problemhunde, die zum Teil auch schon gebissen haben. Hier gibt sie neun Tipps zur Hundeerziehung.

    1. Die Rasse ist nicht alles, aber auch nicht nichts Ein Rottweiler ist in der Tendenz anders als ein Labrador. Labradore sind als Familien- und Jagdhunde gezüchtet, Rottweiler, um Rinder zu treiben. Daher sollten sie auch unerschrocken bleiben, wenn ein Rindvieh nach ihnen tritt, was für viele Halter eine (zu) große Herausforderung ist. 2. Nur positive Erziehung funktioniert selten Viele Hundetrainer raten, falsches Verhalten zu ignorieren und richtiges zu belohnen. Das kann (manchmal) bei einem Bilderbuch-Labrador funktionieren. Aber wenn ein Rottweiler einen anderen Hund fressen möchte, sollte man das nicht ignorieren. 3. Alle vier Quadranten einsetzen Es gibt vier Quadranten der Lerntheorie: positive und negative Verstärkung sowie positive und negative Strafe. Sie sind, je nach Hund und Problem, nützlich, um dem Hund klar zu machen, was er darf und was nicht. Wenn er das nicht weiß, horcht er auch nicht. 4. Die richtige Methode ist individuell Nicht jede Korrektur klappt bei allen Hunden. Bei meiner pubertierenden Rottweilerhündin hilft es, sie festzuhalten, bis sie akzeptiert, dass sie wo nicht hin darf. Bei anderen Hunden klappt Anleinen, Ignorieren, Wegschicken, klare Ansprachen oder mehr. Das muss man (mit kompetenter Anleitung) herausfinden. 5. Von Hunden lernen Auch wenn der Hund beim zigten Versuch nicht hört, muss man ruhig bleiben. Ich atme dann durch und überlege

  • Tiere in der Region

    Angelseen an der Donau

    Kaum etwas prägt die Region so stark wie der Bau der Autobahnen. Aber nicht, weil ihre Betonspuren graugerade durch die Landschaft schneiden, sondern weil man für ihren Bau unzählige Kiesgruben an der Donau ausgehoben hat. Aus diesen entstand zwischen Ulm und Leipheim ein in Süddeutschland seltenes Paradies aus Baggerseen – zur Freude von Wasserratten und Anglern, die aus ganz Süddeutschland anreisen, aus Stuttgart, München, Füssen. An sonnigen Tagen kaufen mehr als 100 Personen im Angelcenter Elchingen Tageskarten für einen der mehr als 20 Seen, die der Laden betreut. Es gibt aber noch viele weitere, allein 33 Gewässer des Ulmer Angelvereins. Gefischt werden vorwiegend Hecht und Karpfen, aber auch Giebel, Zander, Schleie, Brachse und andere. Dass die Fische es nicht eben toll finden, so gewaltsam aus dem Leben gerissen zu werden, versteht sich von selbst. Aber immerhin durften sie, im Gegensatz zu Schweinen, bis dahin in Freiheit leben. Und anders als die Meeresfischer rotten die Angelvereine die Fischarten nicht aus, sondern sorgen dafür, dass die Bestände in den Seen stabil bleiben.

  • Tiere in der Region

    Keine Freigänger-Romantik

    Die Katzenhilfe Ulm/Neu-Ulm kümmert sich seit 30 Jahren um ein Problem, das vom Menschen verursacht wurde: das der verwilderten Hauskatzen.

    Oft kommt es vor, dass Menschen Hauskatzen aussetzen oder diese entlaufen. Deren Nachwuchs ist dann nicht mehr in der Lage, mit Menschen zu leben – aber auch nicht ohne sie. Diese verwilderten Katzen streunen daher um die Zivilisation herum, etwa um Bauernhöfe oder in Industriegebieten wie dem Donautal, wo 300 bis 400 von ihnen leben. Dieses Streunerleben hat weniger Freigängerromantik, als es manche Stubentiger ausmalen. „Wenn es wie im Donautal nicht genügend Mäuse gibt, ernähren sie sich aus den Mülltonnen,“ erzählt Mimi Barth von der Katzenhilfe, „Viele kommen krank zur Welt, mit kaputten Augen wegen des Katzenschnupfens. Sie sind auch voller Parasiten. Geschätzt 80 Prozent der streunenden Katzen erreichen nicht das erste Lebensjahr.“ Die Mitarbeiter der Katzenhilfe wirken der explodierenden Population entgegen. Sie fangen die Katzen mit Lebendfallen und lassen sie beim Tierarzt kastrieren, tätowieren und medizinisch versorgen, um sie danach wieder am ursprünglichen Ort auszusetzen Helfen würde eine Katzenschutzverordnung, wie sie in vielen Bundesländern, aber auch Städten wie Senden bereits gilt. Diese verpflichtet jeden, der Katzen raus lässt, sie zu kastrieren und zu kennzeichnen, und berechtigt Tierschutzvereine, auch abgesperrte Grundstücke zu betreten, um Katzen einzufangen. In Ulm versucht die Katzenhilfe mit Stadtrat Bastian Röhm und Amtsveterinär Manfred Chaloun, d

  • Interviews

    „Heute machen Gerichte mit Fleisch nur noch ein gutes Viertel aus“

    Die Mensa der Universität Ulm serviert jeden Tag rund 2.000 Speisen – den größten Teil davon mittlerweile vegan oder vegetarisch. Mensaleiter Dieter Stock erklärt im Interview, wie sich die Ernährungsweisen ändern – und was das für die Systemgastronomie bedeutet.

    Sie wurden vor kurzem von PETA zu einer der veganfreundlichsten Mensen in Deutschland gekürt. Haben Sie darauf hingearbeitet? Nicht konkret auf die Auszeichnung. Aber wir verstehen sie als Wertschätzung dafür, dass wir unser veganes Speisenangebot kontinuierlich entwickeln. Damit werden wir unserer Verantwortung als Großversorger gerecht und reagieren auf die geänderte Nachfrage. Wie integrieren Sie vegane Speisen in Ihr Angebot? Wir haben seit 2020 vier Speiselinien. Fleisch enthält nur noch die Linie „Fleisch und Fisch”, während „Klima Prima” vollständig vegan ist. Die anderen beiden Linien, „Sattmacher” und „Topf und Pfanne”, sind vegan oder vegetarisch. Dazu gibt es Aktionstheken, etwa mit Röstis, hausgemachter Pasta oder Pizza. Gibt es die Pizza auch in vegan? Ja. Wir testen die veganen Käsealternativen, auch für Käsebrötchen in der Cafeteria. Nicht jede ist geeignet, aber das Angebot entwickelt sich rasch, was für mich spannend zu beobachten ist. Apropos Cafeteria: Bieten Sie auch pflanzliche Milch für Kaffee an? Natürlich. Unsere Vollautomaten geben Kaffee seit einigen Jahren sowohl mit Kuh- als auch Hafermilch aus. Dabei wählen bereits 22 Prozent Haferdrink, 40 Prozent die Kuhmilch und der Rest ohne. Milch wird also schon fast zur Hälfte pflanzlich ausgegeben. Das ist bemerkenswert. Wie sieht es bei den Speisen aus? Ähnlich gut. Der Anteil veganer und vegetarischer Geri

  • Tiere in der Region

    Der NABU sorgt in der Region für Wildvögel

    Zum Mitmachen

    Bald, wenn ab April die ersten Vögel brüten, wird sich Wiltrud Spieckers Haus wieder mit Jungvögeln füllen, die aus dem Nest gefallen sind, nach dem Ausfliegen verirrt haben, von Katzen gefangen oder anderweitig hilfsbedürftig geworden sind. Die Sprecherin des NABU Ulm/Neu-Ulm nimmt solche Kleinvögel, die Leute in ihren Gärten finden, entgegen und päppelt sie fachkundig auf. Ab dem späten Frühjahr singen und flattern rund 30 bis 40 Vögel im Haus der Biologin umher, etwa Meisen, Spatzen, Amseln und Schwalben. Solange die Vögel sie als Ersatzmutter anerkennen, sind sie zutraulich, manchmal sogar regelrecht aufdringlich; wenn sie selbständig werden, werden sie aber in der Regel scheu und vorsichtig. Im Oktober, wenn die Ästling-Saison zu Ende geht, kehrt langsam wieder Ruhe im Hause Spiecker ein, was die Tierschützerin zugleich erleichtert und betrübt. Die Wildvögel sind ein Schwerpunktthema des NABU. Der Naturschutzbund vertritt deren Interessen auch bei der Stadtplanung, etwa in Neubaugebieten. Hier sind etwa große Glasflächen gefährlich, an denen nach Hochrechnungen in Deutschland etwa 100 Millionen Vögel pro Jahr sterben. Die Stadt ist verpflichtet, den Rat des NABU anzuhören, doch immer durchsetzen können sich die Naturschützer nicht. Auch praktisch schützt der NABU die Wildvögel. Die Mitglieder installieren etwa Nisthilfen für Eisvögel – die man in der Friedrichsau beobachte

  • News

    Ulm richtet dritten Taubenschlag ein

    Stadttauben stammen von domestizierten Felsentauben ab. Sie wurden nicht gezüchtet, um Briefe zu transportieren, wie man manchmal denkt, sondern um schnell Fleisch anzusetzen und viele Eier zu legen. Man hielt sie in Schlägen auf Speichern als Nahrungsquelle, vor allem für arme Bürger. Als während des Zweiten Weltkrieges viele Stadthäuser zerstört wurden, entkamen viele Tauben in die Freiheit. Andere entließ man, als sich die Versorgung mit Nahrungsmitteln verbesserte. Dass die Tauben nicht länger als Futtertiere gehalten werden, ist ein großer, oft verkannter Erfolg der Tierbefreiung. Allerdings sind sie in der Wildnis nicht überlebensfähig. Sie klammern sich daher an die menschliche Zivilisation und picken, was sie in der Stadt finden. Gleichzeitig vermehren sie sich besonders stark, da sie gezüchtet wurden, um viele Eier zu legen. Dies hat in vielen Städten mittlerweile zu Taubennotständen geführt. So auch in Ulm. Hier nimmt man die Verantwortung an, die Menschen gegenüber den von ihnen geschaffenen Geschöpfen haben. Der AG Stadttauben sowie die Stadtverwaltung richten Taubenschläge ein: Bauwagen, die zu mobilen Taubenhäusern umgebaut sind. In ihnen finden die Vögel artgerechte Nahrung, was auch deren Verdauung sichtbar verbessert. Außerdem ersetzen sie die Eier durch Attrappen, um die Vermehrung zu kontrollieren. Mittlerweile gibt es in Ulm drei Taubenschläge: am Ehinger To

  • Aktivismus

    PETA Street Team

    „Der Aktivismus hat mich selbstbewusster gemacht.“

    Tierrechte und Tierschutz sind 2025 nicht mehr irgendein „Tabu-Thema“, sondern eines, das junge Menschen laut, sichtbar und politisch macht. Etwa den 27-jährigen Ulmer Aktivisten Johannes Held, der im Sommer 2025 entschieden hat, den Tierrechts-Aktivismus in Ulm neu aufleben zu lassen. Schon früher war Johannes Mitaktivist der mittlerweile inaktiven Ulmer Earthlings. Im vergangenen Jahr stellte er das PETA-Streetteam auf die Beine, eine Gruppe aus 20 Leuten, die Aktionen planen und zusammen die Öffentlichkeit suchen. Das Besondere: Sie müssen das Demomaterial nicht selbst basteln. Die Tierschutzorganisation PETA stellt Flyer, Banner, Plakate und Kostüme zur Verfügung. Dadurch wirken die Demos nicht wie hemdsärmelig vorbereitet, sondern professionell und einheitlich, was für die Reichweite und Wahrnehmung wichtig ist. Johannes’ Engagement kommt nicht aus dem Nichts. Er wurde schon mit 15 vegan, zu einer Zeit, in der es noch keine „veganen Chicken Nuggets“ in jedem Supermarkt gab. Früher hatte er sich nichts sehnlicher gewünscht, als einen Freund, der auch vegan ist. Heute hat er eine Gemeinschaft mit dem gleichen Mindset: sein Team. Mit seinen Mitstreitern hat er schon mehrere Aktionen auf die Beine gestellt: Der Veganstart im Juni, Zoos abschaffen im August, Hundemilch im September sowie Tiere raus aus dem Zirkus und vegane Festtage im Dezember. Sehr spannend war auch eine Demo

  • Interviews

    „Was sagen Sie zur gesellschaftlichen Wende zum Veganismus?“

    Klar: Längst nicht jeder lebt vegan, im Grunde nur eine kleine Minderheit. Aber weil fast jeder eine Meinung hat, wenn es ums Essen geht, hat sich die Vegionale in Ulm und Günzburg umgekehrt: Was denken die Leute darüber, dass der Veganismus auf dem Vormarsch ist?

    Günzburg, Fußgängerzone Frank, 50, Polizist „Unsinn finde ich das! Das Huhn legt ja so oder so Eier. Ich habe aber schon mitbekommen, wie andere aus meinem Umfeld vegan geworden sind. Bei denen klappt das auch echt gut. Für mich wäre es trotzdem nichts. Mir würden Fleisch und Käse zu sehr fehlen.” Simon, 46, Klempner „Super. Mir selbst schmeckt Fleisch zwar sehr, aber aus Respekt vor den Tieren esse ich es kaum noch. Jedes halbe Jahr mal ein gutes Steak. Vermutlich würde ich darauf auch verzichten, wenn mir jemand vor Ort zeigen würde, wie es in der Haltung wirklich zugeht.” Johanna, 44, Kassiererin „Es ist fürchterlich, wie wir Tiere für unsere Belange quälen und schlachten. Zum Teil wirft man sie ja einfach weg, weil man zu viel produziert. Wie das schon klingt! Ich habe 18 Jahre lang weder Fleisch gegessen noch Milch getrunken. Damit ging es mir sehr gut. Auf Eier verzichte ich nicht, und Fleisch esse ich heute wieder, aber nur an besonderen Tagen.” Amari, 14, Schülerin „Ich bekomme vom Thema wenig mit. Ich kenne keine Veganer oder Vegetarier. Vielleicht ist das Thema in Hamburg groß. Hier aber nicht. Ich mag Tiere ja, aber in meinem Alter beschäftigt sich niemand damit. Massentierhaltung unterstütze ich trotzdem nicht.” Ulm, Weihnachtsmarkt Klara, 21, Studentin „Man sollte machen, was man für richtig hält. Ich könnte nicht vegan leben. Das ist mir zu radikal. Ich esse doch

  • Tiere in der Region

    Auf den Dächern Langenaus

    Langenau, etwas nordöstlich von Ulm gelegen, ist eine der süddeutschen Storchen-Hochburgen. Die Einwohner lieben die geflügelten Gäste – aber es gibt auch Reibungen.

    Störche sind schwer zu übersehen. Wenn sie ihre Flügel ausbreiten, werfen sie einen weiten Schatten auf die Straßen, und was sie auf die Dächer bauen, sind keine Nester, sondern hölzerne Festungen, die bis zu einer Tonne wiegen können. Diese Auffälligkeit verdeckt, wie selten Störche eigentlich sind. Seit den 80ern hat sich der Bestand von 2.500 auf 7.500 Brutpaare in Deutschland erholt. Das klingt viel, ist aber verglichen mit 85 Millionen Menschen oder 400.000 Krähen-Brutpaaren verschwindend wenig. Der Bestand hat sich stabilisiert, erklärt der Langenauer Storchenbetreuer Jörg Müller, doch bedroht sind die Großvögel weiterhin. In Langenau, einer der Storchen-Hochburgen Süddeutschlands, gibt es rund 40 Nester, in denen im Sommer gut 200 Störche wohnen. Ab März klappert und flattert es auf den Dächern, und staunende Besucher erblicken auf fast jedem ein Nest. Auf manchen, wie dem der Bäckerei Staib, leben sogar drei Familien in harmonischer Nachbarschaft nebeneinander. Ideales Umfeld für Störche Die meisten Langenauer lieben ihre Störche. Aber nicht immer leben Mensch und Tier reibungsfrei zusammen. Wenn die Nester die Schornsteine verstopfen, darf man sie nur mit Genehmigung und nach der Brutzeit entfernen; und wenn die Jungvögel ihre Bürzel über den Nestrand heben, fließt der Kot sturzbachartig das Dach hinab. Das schadet den Ziegeln nicht, sagt Müller, sondern pflegt sie sog

Vegane Gastronomie

  • Karte

    Vegane Gastronomie in der Region

    Alle im Heft besprochenen veganen und vegan-freundlichen Lokale in Ulm, Neu-Ulm und Günzburg — mit Marker auf einer Karte.

    Grün heißt ganz und gar vegan, blau „einen Versuch wert". Tippe auf einen Marker für Adresse, Angebot und Website.

  • Gastronomie

    Die vegane Speisekarte

    Wenn Veganer essen gehen, sparen sie Zeit bei der Auswahl. Schließlich gibt es meistens eh nur ein oder zwei Gerichte. Die Vegane Speisekarte macht’s noch einfacher: Sie bringt die veganen Optionen von 20 Restaurants in der Region auf eine einzige Karte.

    Wenn Veganer essen gehen, sparen sie Zeit bei der Auswahl. Schließlich gibt es meistens eh nur ein oder zwei Gerichte. Die Vegane Speisekarte macht’s noch einfacher: Sie bringt die veganen Optionen von 20 Restaurants in der Region auf eine einzige Karte. Gasthof zur Münz (Günzburg) – Gemischter Salat; Pommes Zebrano (Günzburg) – Pommes; Nudeln mit Tomatensoße; Veganer Burger Gaststätte Zur Post (Leipheim) – Gemischter Salat; Gegebenenfalls Wochengerichte Gasthaus zur Linde (Günzburg) – Gemischter Salat; Allgäuer Krautkrapfen Pfannkuchenhaus (Ulm) – Gemischter Salat; Pommes Klosterbräustuben (Obereichingen) – Gemischter Salat; Pommes; Gefüllte Paprikaschoten; Krautkrapfen Barfüßer (Weißenhorn) – Beilagensalat; Falafel Bowl; Pommes Anno 1460 (Weißenhorn) – Gemischter Vorspeisensalat & Cherrytomaten; Orientalisch gefüllte rote Paprika; In Maismehl gebackenes Gemüse; Asiatische Gemüsepfanne; Süßkartoffel-Pommes Restaurant Posthorn (Neu-Ulm) – Grillgemüse (Ohne Parmesan bestellen) Taverne zum Griechen (Neu-Ulm) – Fava mit Kapern; Gegrillte Artischockenherzen; Oliven und Peperoni; Knoblauchbrot; Rosmarinkartoffeln Meteora (Senden) – Vorspeisen (Riesenbohnen, Oliven, Fladenbrot, Knoblauchbrot, gegrillte Paprika); Bohnensuppe; Kartoffelscheiben; Beilagensalat Oberland (Illertissen) – Geröstetes Weißbrot; Gegrillte Peperoni; Gemischter Salat Carina’s ur’Schlössle (Unterknöringen) –

  • Gastronomie

    Ausgehen: Top oder Flop?

    Eigentlich ist es ganz einfach, sich vegan zu ernähren: Man lässt Fleisch, Milchprodukte und Eier weg – übrig bleibt genug. Schwieriger wird es beim Essengehen, wo Veganer oft wenig Auswahl haben, während zuhause Ersatzprodukte nicht selten für Streit sorgen. Essen ist eben wichtig – und deshalb nie ganz einfach.

    Lohnt sich – ganz und gar vegan! VeggyGo Marienstraße 7, Neu-Ulm Das VeggyGo bringt belgische Imbiss-Vibes nach Neu-Ulm, nur eben vegan. Die Burger fett und saftig, der vegane Käse verblüffend authentisch. Die Pommes sind zwar nicht original belgisch, aber mit den ganzen Saucen trotzdem mega. Zwischen Donaucenter und Herdbrücke findet man die bisher einzige Filiale des Neu-Ulmer Franchise. Es gibt zwar auch Falafel, Cigköfte und Bowls, aber tendenziell geht man eher für die besten veganen Burger aller Zeiten hin. Virtschaft Auf dem Kreuz 37, Ulm Die Virtschaft wartet mit einer gutbürgerlichen, aber veganen Küche in der Ulmer Innenstadt auf. In gediegenem Ambiente gibt es hier schwäbische Leckereien wie Kässpätzle, Zwiebelrostbraten oder Linsen mit Saitenwürstle, dazu Originelles wie Brezenknödel, Wildkräutersalat oder Rote-Beete-Bällchen und als Nachtisch Kaiserschmarrn, Marillenknödel oder Apfelstrudel. Ganz günstig ist es nicht – aber wo sonst können Veganer so zünftig schwäbisch schmausen? Cigköftem Insel 7, Neu-Ulm / Albert-Einstein-Platz 3/12, Ulm Den veganen türkischen Cigköftem-Imbiss gibt es sowohl in Neu-Ulm nahe der Donaubrücke als auch in Ulm unter dem Bahnhof. Der Imbiss bietet den namensgebenden Cigköfte – in Scheiben gepresster Bulgur – sowie Weizenbällchen und Falafel, entweder im Wrap mit Gemüse oder als Teller, Salat oder Box. Abgesehen davon, dass es hier nur

  • Interviews

    „Heute machen Gerichte mit Fleisch nur noch ein gutes Viertel aus“

    Die Mensa der Universität Ulm serviert jeden Tag rund 2.000 Speisen – den größten Teil davon mittlerweile vegan oder vegetarisch. Mensaleiter Dieter Stock erklärt im Interview, wie sich die Ernährungsweisen ändern – und was das für die Systemgastronomie bedeutet.

    Sie wurden vor kurzem von PETA zu einer der veganfreundlichsten Mensen in Deutschland gekürt. Haben Sie darauf hingearbeitet? Nicht konkret auf die Auszeichnung. Aber wir verstehen sie als Wertschätzung dafür, dass wir unser veganes Speisenangebot kontinuierlich entwickeln. Damit werden wir unserer Verantwortung als Großversorger gerecht und reagieren auf die geänderte Nachfrage. Wie integrieren Sie vegane Speisen in Ihr Angebot? Wir haben seit 2020 vier Speiselinien. Fleisch enthält nur noch die Linie „Fleisch und Fisch”, während „Klima Prima” vollständig vegan ist. Die anderen beiden Linien, „Sattmacher” und „Topf und Pfanne”, sind vegan oder vegetarisch. Dazu gibt es Aktionstheken, etwa mit Röstis, hausgemachter Pasta oder Pizza. Gibt es die Pizza auch in vegan? Ja. Wir testen die veganen Käsealternativen, auch für Käsebrötchen in der Cafeteria. Nicht jede ist geeignet, aber das Angebot entwickelt sich rasch, was für mich spannend zu beobachten ist. Apropos Cafeteria: Bieten Sie auch pflanzliche Milch für Kaffee an? Natürlich. Unsere Vollautomaten geben Kaffee seit einigen Jahren sowohl mit Kuh- als auch Hafermilch aus. Dabei wählen bereits 22 Prozent Haferdrink, 40 Prozent die Kuhmilch und der Rest ohne. Milch wird also schon fast zur Hälfte pflanzlich ausgegeben. Das ist bemerkenswert. Wie sieht es bei den Speisen aus? Ähnlich gut. Der Anteil veganer und vegetarischer Geri

Ersatzprodukte

  • Kompass

    Der Ersatzprodukte-Kompass

    541 vegane Ersatzprodukte aus 29 Produktgruppen — sortierbar nach Supermarkt, Hersteller, Preis und Bewertung.

    Zu jeder Gruppe der Vergleich mit dem tierischen Pendant: Preis je 100 g, Kalorien, Eiweiß und Fett.

  • Ernährung & Gesundheit

    Die Ersatzprodukt-Parade

    Bekanntermaßen essen Veganer ihr Gemüse am liebsten, wenn es aussieht und schmeckt wie Würste, Schnitzel oder Burger. Daher stellen wir hier die beliebtesten Ersatzprodukte unserer Redaktions-Kantine vor, die zwar gänzlich fleisch- aber keineswegs schnitzelfrei ist.

    Mühlen Cordon Bleu Niemand, der einmal das vegane Mühlen Cordon Bleu gegessen hat, vermisst je wieder ein echtes Cordon Bleu. Die Panade perfekt knusprig, der Schinken zart, der Käse umschmilzt das Sojaschnitzel herzig-heiß. Einziges Manko ist, dass es relativ fettig ist bei mäßig hohem Proteingehalt. Authentizität ★★★★ Geschmack ★★★★★ Nährstoffe ★★★ Billie Green Salami Mittlerweile gibt es ein reiches Sortiment hervorragender Wurstersatzprodukte. Eine Auszeichnung verdient jedoch die Weizeneiweiß-Salami von Billy Green, ob Klassik, im Baguette-Stil oder mit Pfeffer. Nicht nur schmeckt sie verblüffend echt – sie hat mit 32 Gramm Protein und keinen 10 Gramm Fett auch viel bessere Nährwerte als das Original. Authentizität ★★★★ Geschmack ★★★★ Nährstoffe ★★★★★ GreenForce Kötbullar Kötbullar sind die schwedische Variante der Fleischbällchen. GreenForce hat sie in vegan nachgebaut – und man kann nur staunen: Wie kann etwas aus Erbsen so sehr nach Fleischbällchen schmecken? Fast wie bei Ikea. Die Kötbullar, die man in vielen Supermärkten findet, bereichen Salate, Nudelgerichte und mehr. Authentizität ★★★★★ Geschmack ★★★★ Nährstoffe ★★★ GreenForce Leberkäs Jeder vermisst Leberkäs, den Inbegriff des sündig-schlechten Fleisches – außer die Veganer, die den GreenForce-Leberkäse genießen, entweder zum Selbst-Anrühren oder am Stück aus der Packung. Zwar schmeckt das Produkt aus Erbsen und A

  • Gastronomie

    „Mein Lieblingsessen ist immer noch der Zwiebelrostbraten mit Kässpätzle“

    Ohne Tod kein Fleisch

    Man sieht Hartmut Distel nicht eben an der Nase an, dass er ein veganer Ernährungsberater ist. Zumindest entspricht der 56-Jährige nicht dem Klischee, dass Veganer nur Möhren und Tofu essen und dauernd Yoga üben. Distel, der auch Serviceleiter der Virtschaft ist, Ulms veganem Restaurant, stellt sich unverkrampft als „Hardy” vor. Er wurde vor acht Jahren vegan, nachdem er einen Herzinfarkt erlitten hatte. Weil er dem Tod von der Schippe gesprungen war, reflektierte er vieles, darunter das ethische Problem, dass Tiere leiden, Gewalt erfahren oder sterben müssen, damit er seinen geliebten Zwiebelrostbraten nach Allgäuer Art mit Kässpätzle essen kann. „Ich habe mir lange eingeredet, dass es ok ist, wenn ich mein Fleisch beim Metzger kaufe. Aber das ist es nicht. Je mehr ich mich informierte, umso klarer wurde mir, dass es kein Fleisch, keine Milch und keine Eier ohne Gewalt, Tod und Ausbeutung gibt,” erzählt Hardy. Mit der Entscheidung, fortan vegan zu leben, verlor er aber nicht seine Liebe zu Rostbraten und Spätzle. So einfach läuft es nicht. Also recherchierte und experimentierte er. Spätzle kann man etwa mit weniger Wasser herstellen, so dass sie auch ohne Ei fest werden, alternativ verwendet Hardy gerne Johannisbrotmehl oder eben den Eiersatz, den man im Supermarkt kaufen kann. Das Original womöglich übertroffen Auch auf seinen geliebten Cappuccino mit Milchschaum muss er nich