News
-
News
Der Tierschützer im Rathaus
Zum Mitmachen
Mit Bastian Thomas Röhm sitzt erstmals ein Vertreter der Tierschutzpartei im Ulmer Gemeinderat. Der 40-Jährige war eigentlich ein starker Fleischesser, doch nachdem er in der Technikerschule den Film „Earthlings“ gesehen hatte, wurde er über Nacht zum strikten Veganer. Ihm war mit Wucht klar geworden, wie viel Leid und Unrecht in jedem Bissen Fleisch stecken. Nach einigen Jahren Aktivismus in der Fußgängerzone trat der Maschinenbautechniker der Tierschutzpartei bei, stieg zum Vorsitzenden in Baden-Württemberg auf und ergatterte 2024 einen Platz im Ulmer Stadtrat. Seitdem vertritt er die Interessen der Tiere in der Lokalpolitik. Er sieht sich „als Speerspitze, die den Weg ebnet”. Sein Ziel, „die Massentierhaltung abzuschaffen”, behält er im Hinterkopf, aber die politische Arbeit zwingt ihn dazu, moderatere Brötchen zu backen: Er organisiert etwa die Aufstellung von Taubenschlägen, sorgt für den Wildkatzenschutz und kämpft für ein nächtliches Mähverbot für Roboter, um Igel zu schützen. Nicht alles, was er sich vornimmt, gelingt. So biss er etwa auf Granit, als er die lebende Krippe am Weihnachtsmarkt abschaffen wollte, weil Schafe keine Dekoration sein sollten. Auch sein Vorschlag, eine vegane Speise in der Schulmensa anzubieten, erntete empörten Widerstand. Aber die Amtszeit von Röhm dauert noch bis 2028 – und geht es nach ihm, noch länger. Für den Tierschutz in der Region gibt
-
News
Ulm richtet dritten Taubenschlag ein
Stadttauben stammen von domestizierten Felsentauben ab. Sie wurden nicht gezüchtet, um Briefe zu transportieren, wie man manchmal denkt, sondern um schnell Fleisch anzusetzen und viele Eier zu legen. Man hielt sie in Schlägen auf Speichern als Nahrungsquelle, vor allem für arme Bürger. Als während des Zweiten Weltkrieges viele Stadthäuser zerstört wurden, entkamen viele Tauben in die Freiheit. Andere entließ man, als sich die Versorgung mit Nahrungsmitteln verbesserte. Dass die Tauben nicht länger als Futtertiere gehalten werden, ist ein großer, oft verkannter Erfolg der Tierbefreiung. Allerdings sind sie in der Wildnis nicht überlebensfähig. Sie klammern sich daher an die menschliche Zivilisation und picken, was sie in der Stadt finden. Gleichzeitig vermehren sie sich besonders stark, da sie gezüchtet wurden, um viele Eier zu legen. Dies hat in vielen Städten mittlerweile zu Taubennotständen geführt. So auch in Ulm. Hier nimmt man die Verantwortung an, die Menschen gegenüber den von ihnen geschaffenen Geschöpfen haben. Der AG Stadttauben sowie die Stadtverwaltung richten Taubenschläge ein: Bauwagen, die zu mobilen Taubenhäusern umgebaut sind. In ihnen finden die Vögel artgerechte Nahrung, was auch deren Verdauung sichtbar verbessert. Außerdem ersetzen sie die Eier durch Attrappen, um die Vermehrung zu kontrollieren. Mittlerweile gibt es in Ulm drei Taubenschläge: am Ehinger To
-
News
Igelschutz per Allgemeinverfügung
Ende November brachte der Ulmer Stadtrat eine Allgemeinverfügung für den Igelschutz auf den Weg. Damit reagiert die Stadt darauf, dass der europäische Igel zunehmend bedroht ist, unter anderem, weil die Gärten immer gepflegter, aber damit auch weniger igelfreundlich werden. Ulm wird dadurch zur ersten Stadt in Baden-Württemberg, die Igel und andere Wirbeltiere durch eine solche Verfügung besser schützt. Unter anderem sollen mehr geeignete öffentliche Übernachtungsmöglichkeiten für Igel geschaffen und ein nächtliches Mähverbot für Roboter erlassen werden, da immer wieder Igel unter deren Messer geraten.