Magazin
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Tierhaltung
„Eine Kuh, die ein Werkzeug benutzt – das galt als unmöglich.“
Die Kuh Veronika machte Schlagzeilen, weil sie verblüffend intelligent ist. Kognitionsbiologin Alice Auersperg, die Veronika dokumentiert hat, erklärt im Interview, warum.
Die Kognitionsbiologin Alice Auersperg sucht Werkzeuggebrauch sonst auf fernen Inseln. Eine ihrer erstaunlichsten Entdeckungen machte sie auf einer Weide in Kärnten: eine Kuh, die sich mit einem Rechen kratzt. Auf einer Wiese im Gailtal hebt eine Kuh einen hölzernen Rechen vom Boden auf. Sie dreht ihn so, dass die Zinken nach unten zeigen, klemmt den Stiel zwischen die Zähne und kratzt sich den Rücken. Veronika, 13 Jahre alt, hat das niemand beigebracht. Sie lebt bei einer Kärntner Künstlerfamilie, läuft das ganze Jahr auf der Weide und darf tun, was die meisten Kühe nie dürfen: spielen. Vor neun Jahren fing sie an, Stöcke aufzuheben. Mit Veronika beschäftigt sich heute eine Forscherin der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Dass eine Kuh Werkzeuge benutzt, hat selbst sie überrascht. Frau Auersperg, wie sind Sie auf Veronika gestoßen? Ich habe vor gut einem Jahr ein Buch über den Erfindergeist der Tiere geschrieben. Danach haben mir ständig Leute Videos geschickt von Tieren, die angeblich Werkzeuge benutzen. Das meiste war Fake. Aber dann kam ein Video von einer Familie aus Kärnten: Darauf kratzt sich eine Kuh mit einem Holzrechen den Rücken. Was ist daran so besonders? Eine Kuh, die sich kratzt, klingt erst mal nach nichts. Sie hat den Rechen mit den Zinken nach unten ausgerichtet, als würde sie seine Funktion verstehen. Im Sommer plagen Rinder die Fliegen. Deshalb stellt
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Tierhaltung
Kühe an der Kette
Mehr als 350 Tierärztinnen und Tierärzte verlangen ein schnelles Verbot der Anbindehaltung von Rindern. Es wird dringend Zeit!
Von Rouven Zietz / Christoph Bergmann Mehr als 350 Tierärztinnen und Tierärzte verlangen ein schnelles Verbot der Anbindehaltung von Rindern. Dieses sei "längst überfällig", schreiben sie in einem offenen Brief an Bundesagrarminister Alois Rainer. Die Praxis sei „aus tierärztlicher Sicht nicht vertretbar“. Sie "verstößt nicht nur gegen das Tierschutzrecht, sondern widerspricht auch grundlegenden Prinzipien der Tiermedizin." In Deutschland stehen noch rund 1,1 Millionen Rinder an der Kette, fast eine halbe Million davon Milchkühe, viele ganzjährig. Die Praxis ist seit langem umstritten. Die Rinder können sich kaum bewegen und sind nicht in der Lage, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Das verursacht körperliches und seelisches Leid. Überhaupt nicht artgerecht Veröffentlicht haben die Veterinäre den Brief im Januar vor der Grünen Woche in Berlin. Die Tierärzte hinter dem Brief werden die ganzjährige Fixierung sogar als Rechtsbruch. „Wer Tiere in ganzjähriger Anbindehaltung hält, macht sich eindeutig strafbar“, kommentiert Madeleine Martin, hessische Landestierschutzbeauftragte und Erstunterzeichnerin, die Veröffentlichung des Briefes. Sie beruft sich auf Paragraf 2 des Tierschutzgesetzes, der bestimmt, dass ein Halter die „Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken“ darf, dass diesem Leid oder Schmerz entstehen. Im Grunde sollte sich das mit ein
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Tierhaltung
Die Weide: eine Illusion
Rind gilt als das nachhaltige Fleisch, das man, im Gegensatz zum Schwein, mit einigermaßen gutem Gewissen kauft. Ist das so?
Rind gilt als das nachhaltige Fleisch, das man, im Gegensatz zum Schwein, mit einigermaßen gutem Gewissen kauft. Ist das so? Wenn man an Rindfleisch und Milch denkt, kommen einem schnell schöne, idyllische Bilder in den Sinn: Leben die Rinder nicht frank und frei auf der Weide? Fressen sie nicht das Gras, das ansonsten verdorrt, bewirtschaften sie nicht Hänge, die ansonsten verbuschen? Ist Rind und Käse zu essen nicht sogar gelebter Naturschutz, wie es Hubert Weiger, ehemaliger Vorsitzender der Naturschutzorganisation BUND, vor wenigen Jahren sagte? Die Kuh ist ohne Zweifel ein biologisches Wunder. Sie wandelt Gras, das für die meisten Lebewesen unverdaulich ist, in nährstoffreiche Lebensmittel um. Sie kann Flächen bewirtschaften, die für Pflug und Traktor unerreichbar bleiben, und sie erhält mit der freien Wiesenlandschaft einen Lebensraum für viele Arten. Aber das Idyll, das man nun vor Augen hat, war vielleicht mal echt. Irgendwann. Heute ist es eine Illusion. Erstens lebt nur ein Bruchteil der Rinder auf einer freien Weide. Zwei Drittel leben dauerhaft im Stall, je nach Region etwas mehr oder etwas weniger. Sie bewirtschaften keine ansonsten fruchtlosen Wiesen – sondern fressen das, was auf den Äckern wächst. Zweitens ernähren sich selbst die Rinder, die auf der Weide leben, nicht von Gras allein. Die heutigen hochgezüchteten Rassen, etwa die Weißblauen Belgier für Fleisch
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Politik & Recht
Per Gesetz: Videoüberwachung in Schlachthöfen
Das Kabinett hat die verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen beschlossen. Tierschützer sind erfreut, haben aber auch Kritik.
Ende April hat das Kabinett die verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen beschlossen. Sieben Handlungen sollen künftig gefilmt werden, von der Entladung bis zum Entblutungsschnitt. Kritisiert wird aber, dass das Gesetz bis zu 95 Prozent der Betriebe ausnimmt – und es nur als Ordnungswidrigkeit wertet, Aufnahmen verschwinden zu lassen. Am 29. April 2026 hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes beschlossen. Sein Kern ist ein einziger neuer Paragraf: §4d verpflichtet Betreiber von Schlachteinrichtungen, in denen warmblütige Tiere geschlachtet werden, „auf eigene Kosten mittels offen sichtbarer, optisch-elektronischer Einrichtungen“ Videoaufzeichnungen anzufertigen und sie der Kontrollbehörde bereitzustellen. Am 1. Juli 2026 ging der Entwurf als Bundestagsdrucksache 21/6809 ins Parlament. Warum es die Kameras braucht, begründet der Entwurf mit einem Kontrollproblem: Eine „ausbleibende oder unzureichende Betäubung kann mit erheblichen Schmerzen und Leiden der Tiere einhergehen“, weshalb dies gründlich durch Veterinärämter zu überwachen ist. Aber: „Bei der Kontrolle von Schlachteinrichtungen durch die zuständigen Behörden können in der Regel nur ausgewählte Bereiche und Zeiträume betrachtet werden. Insbesondere in größeren Schlachteinrichtungen laufen jedoch zahlreiche Vorgänge mit lebenden Tieren gleichzeitig ab.“ Ein Amts
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Tierhaltung
Ein Superorganismus auf vier Klauen
Rinder sind wundervolle, sympathische und bildhübsche Geschöpfe. Darum sind sie das Titelthema unserr zweiten Ausgabe. Aber was für Tiere sind sie genau?
Die Frage, was für eine Art Tier das Rind ist, ist leicht beantwortet: Es ist, seiner Masse zum Trotz, kein Nutz-, sondern ein Fluchttier. Dennoch wird es seit 10.500 Jahren ausgenutzt. Für die Menschheit war dies entscheidend – aber es ist Zeit, damit Schluss zu machen. Die Welt stellt sich dem Rind völlig anders dar als dem Menschen. Das beginnt bei den Augen: Sie sitzen seitlich am Kopf, wie bei Fluchttieren üblich, und decken ein viel weiteres Gesichtsfeld ab als die des Menschen – 330 Grad zu etwa 214. Das Rind erkennt Gefahren rasch – sieht aber eher unscharf. Entfernungen kann es nur in dem relativ kleinen Winkel einschätzen, in dem sich die Sichtfelder beider Augen überlappen. Um einen Schatten von einem Loch zu unterscheiden, muss es den Kopf senken und stehen bleiben. Mit den Ohren eines Rindes Hervorragend dagegen ist das Gehör des Rindes: Es nimmt Töne von 23 Hertz bis 35 Kilohertz wahr, während für den Menschen schon ab 20 Kilohertz Schluss ist. Am empfindlichsten reagiert das Rind auf 8.000 Hertz, ein hoher, dünner Klang, höher als die höchste Taste eines Klaviers, wie fein fiepender Strom. Auf Lärm reagiert das Rind sensibel. Menschliches Geschrei stresst es, zeigen Studien, so sehr wie ein Stromstoß: Es treibt seinen Puls stärker hoch als ein schlagendes Gatter, und das Tier braucht zwanzig bis dreißig Minuten, um sich zu beruhigen. Bemerkenswert ist auch die Na
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Allgemein
Editorial für Ausgabe 2
Über Rinder, Menschen und das Richtige tun: EInige Gedanken zur Veröffentlichung der zweiten Ausgabe.
Liebe Leserinnen und Leser, diesmal geht’s um Rinder. Die großen, gemütlichen, gutmütigen Tiere, die al-lein dadurch, dass sie da sind, jedes mausgraue Dorf zur süddeutschen Idyllemachen. Die Recherche führte mich auch zu einem Lebenshof in Obermarchtal. Alsich zurückfuhr, war ich ungewöhnlich bewegt, zugleich gerührt und entsetzt.Auf der einen Seite wegen Ludwig, einem Kalb, das begeistert schleckte, tollte,schmuste und die Zitzen seiner Mutter jagte. Es war rührend, Ludwig zu sehen– aber es machte auch begreifbar, was es für ein Verbrechen ist, das fast allenanderen männlichen Milchkälbern angetan wird: Man karrt sie nach Holland,in dunklen, engen Transportern, in die Kälbermast, auf Eisenmangel, damitdas Fleisch weiß bleibt; oder man fährt und schifft sie bis nach Saudi-Arabien,halb verdurstend, in grausamer Hitze, um dort geschächtet zu werden. Ludwigdagegen – er hat einen Namen und eine Zukunft, und das ist wunderbar, machtaber alles noch viel entsetzlicher, und man weiß nicht mehr, ob man vor Freudeoder Trauer zittert … Aber nicht nur das berührte mich. Auch die Menschen: Sabine vom VereinLebenshilfe Kuh und Co., ihr Mann Hubert, der vergnügt Brot und Äpfel ver-fütterte, Peter K. der Landwirt, der auf Lebenstierhaltung umgestiegen ist, seineFrau, die ihn dabei ermutigt und stützt. Diese Menschen haben sich irgendwannentschieden, das Richtige zu tun. Sie haben einen Preis
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Philosophie
Vom Abolitionismus zur politischen Integration von Tieren
Viele Philosophen und Ethiker verzichten seit langem auf Fleisch. Eine inspirierende Perspektive auf das Zusammenleben von Mensch und Tier bildete sich aber erst in den letzten Jahren.
Das Unbehagen daran, Tiere zu essen, ist uralt. Seit jeher weigern sich die großen Denker fast aller Epochen, zu vergessen, dass das Stück Fleisch, das saftig und fettig auf ihrem Teller liegt, einmal ein Tier war. Der Begründer der Mathematik, Pythagoras, verzichtete angeblich auf Fleisch, wie auch viele Jahrhunderte später der Begründer der Relativitätstheorie, Ulms größter Nestling Albert Einstein, und, zwischen und nach ihnen, Hunderte weitere exzellente Köpfe, darunter Leonardo da Vinci, Mohandas Ghandi, Charles Darwin, Leo Tolstoin, Wilhelm Busch, Lewis Hamilton, Rob Zombie und viele mehr. Es gehört zur emotionalen Grundausstattung des Menschen, Empathie mit Tieren zu empfinden. Der antike Vegetarismus hallt noch in der Bibel nach, wenn Paulus den Korinthern schreibt, dass „wir weder besser noch schlechter [sind], ob wir nun das Fleisch essen oder nicht” – ein klarer Hinweis darauf, dass es unter frühen Christen verbreitet war, aus ethischen Gründen auf Fleisch zu verzichten. Im 19. Jahrhundert wurde der Vegetarismus zur Bewegung, wofür die 1847 gegründete Vegetarian Society steht. Der Veganismus dagegen entstand erst im 20. Jahrhundert (die Vegan Society 1944). Er verzichtet nicht nur auf Fleisch, sondern auf alle tierischen Produkte – Milch, Eier, Wolle, Pelze, Leder, selbst Honig – da diese, sobald sie industriell hergestellt werden, Ausbeutung und Leid verursachen. Di
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Ernährung & Gesundheit
„Unsere Tierhaltung macht die Tiere krank – und damit auch die Menschen.“
Oft hört man, dass das Gesundheitswesen an seinem Limit arbeite, da immer weniger Ärzte immer mehr Kranke versorgen. Die Lösung dafür wäre, meint Dr. Buck, verblüffend einfach: „Wenn sich die …
Oft hört man, dass das Gesundheitswesen an seinem Limit arbeite, da immer weniger Ärzte immer mehr Kranke versorgen. Die Lösung dafür wäre, meint Dr. Buck, verblüffend einfach: „Wenn sich die Leute mehr bewegen und sich besser ernähren würden, hätte ich 80 Prozent weniger Patienten.” Der Ulmer Orthopäde betreut neben hunderten von Patienten auch die Fußballer des SSV Ulm sowie die Nationalmannschaft der Leichtathleten. Aus seinen Erfahrungen weiß er, dass eine falsche Ernährung der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit abträglich ist und eine sinnvolle Umstellung beides verbessert. Zwei Probleme, eine Lösung Ein großes Problem sind „kurzkettige Kohlenhydrate“, vor allem Zucker und raffiniertes Weizenmehl. „Das ist praktisch Gift.“ Der Stoffwechsel spaltet kurzkettige Kohlenhydrate rasch in das kleinste Bauelement Glucose auf, wodurch starke Insulinausschüttungen ausgelöst werden. Dies führt unter anderem zu den berüchtigten Heißhungerattacken. Zudem lagert sich Glucose als Säure im Bindegewebe ab, was Entzündungen auslösen und weitere Hormonprozesse negativ beeinflussen kann. Das zweite Problem ist zu viel fettiges Fleisch. „Ein großes Problem sehe ich in der Haltung der Tiere. Sie macht Tiere krank und infolge auch die Menschen, die ihr Fleisch essen.“ Der hohe Fettanteil von etwa Schweinefleisch stört den Fettstoffwechsel, schlechte Fettsäuren verstopfen die Gefäße und verurs
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Ernährung & Gesundheit
Nährstoffe, die Veganern fehlen könnten
Die meisten Menschen, die vegan werden, fühlen sich dadurch gesundheitlich rasch besser, oft sogar erheblich. An sich ist das keine Überraschung …
Wer mehr Pflanzen isst, nimmt weniger Fett und weniger Kalorien zu sich, aber mehr Vitamine, Ballaststoffe und Antioxidantien. Dies ist, nach allem, was die Ernährungsforschung weiß, prima. Die meisten Langzeitstudien bestätigen das. Wo immer man auf Jahrzehnte hin beobachtet, welchen Einfluss die Ernährung auf die Gesundheit hat, zeigt sich, dass Veganer seltener krank werden und später sterben. Bei den meisten Krebsarten ist die Inzidenz unter Veganern deutlich geringer, ebenso bei den meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ob dies daran liegt, dass sie nichts Tierisches zu sich nehmen – wie Veganer gerne sagen – oder daran, dass sie tendenziell gesundheitsbewusster leben – wie Fleischesser oft einwenden –, wird wohl noch lange diskutiert werden. Man könnte sich aber darauf einigen, dass das Vegansein einem gesunden und langen Leben nicht im Weg steht. Wer sich von Obst und Gemüse in allen Farben, vor allem rot, blau und grün, sowie Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Saaten ernährt, kann kaum etwas falsch machen. Nichtsdestoweniger sollte man einige Nährstoffe im Blick haben und gegebenenfalls supplementieren: Calcium finden Veganer zwar reichlich in Kohlgemüse und Hülsenfrüchte. Da diese aber auch reich an Antagonisten wie Oxalsäure und Phytin sind, die die Calcium-Aufnahme hemmen, kann es dennoch zu einem Mangel kommen, der langfristig der Knochengesundheit schadet. Vitamin
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Ernährung & Gesundheit
Wie ersetze ich … ?
## Eier Eier geben Festigkeit, etwa im Teig für Spätzle oder Kuchen. Wie man sie ersetzt, hängt vom Gericht ab. Bei Spätzle kann man den Teig etwas dicker anrühren und …
Eier Eier geben Festigkeit, etwa im Teig für Spätzle oder Kuchen. Wie man sie ersetzt, hängt vom Gericht ab. Bei Spätzle kann man den Teig etwas dicker anrühren und einen Teil des Wassers durch Sojamilch ersetzen. Für den Ei-Geschmack kann man das schwefelige Kala Namak Salz hinzuzugeben, für die Farbe etwas Kurkuma. Alternativ bietet sich etwas Johannesbrotmehl als Bindemittel an. Für Kuchenteig gibt es eine Fülle an Optionen. Am einfachsten ist es, den Eiersatz aus dem Supermarkt zu benutzen. Beliebt ist auch Aquafaba, also das Wasser aus Kichererbsendosen. Oder ein Leinsamenei (einfach einen Esslöffel Leinsamen mit zwei Esslöffeln Wasser vermischen) – oder schlicht eine zerdrückte Banane oder etwas Apfelmus. Ein schönes Rührei bekommt man dagegen hin, wenn man eine Packung Seidentofu zerdrückt und mit Kala Namak mischt. Käse Für Käsescheiben führt kein Weg an Ersatzprodukten vorbei, die mal mehr, mal weniger passend sind und in der Regel aus Cashews, Mandeln, Kokos oder Sonnenblumenkernen bestehen. Bei Frischkäse ist die Qualität schon hoch, für Pizzakäse gibt es „veganen Reibegenuss”, der mal mehr mal weniger gut passt. Ein Klassiker sind Hefeflocken, die von sich aus einen käsigen Geschmack mitbringen. Zusammen mit Cashewnüssen oder Mandeln, als Mehl oder fein gehackt, ergeben sie eine natürliche Alternative zum Parmesan. Für authentische Kässpätzle kann man einige Käseers
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Ernährung & Gesundheit
Die Ersatzprodukt-Parade
Bekanntermaßen essen Veganer ihr Gemüse am liebsten, wenn es aussieht und schmeckt wie Würste, Schnitzel oder Burger. Daher stellen wir hier die beliebtesten Ersatzprodukte unserer Redaktions-Kantine vor, die zwar gänzlich fleisch- aber keineswegs schnitzelfrei ist.
Mühlen Cordon Bleu Niemand, der einmal das vegane Mühlen Cordon Bleu gegessen hat, vermisst je wieder ein echtes Cordon Bleu. Die Panade perfekt knusprig, der Schinken zart, der Käse umschmilzt das Sojaschnitzel herzig-heiß. Einziges Manko ist, dass es relativ fettig ist bei mäßig hohem Proteingehalt. Authentizität ★★★★ Geschmack ★★★★★ Nährstoffe ★★★ Billie Green Salami Mittlerweile gibt es ein reiches Sortiment hervorragender Wurstersatzprodukte. Eine Auszeichnung verdient jedoch die Weizeneiweiß-Salami von Billy Green, ob Klassik, im Baguette-Stil oder mit Pfeffer. Nicht nur schmeckt sie verblüffend echt – sie hat mit 32 Gramm Protein und keinen 10 Gramm Fett auch viel bessere Nährwerte als das Original. Authentizität ★★★★ Geschmack ★★★★ Nährstoffe ★★★★★ GreenForce Kötbullar Kötbullar sind die schwedische Variante der Fleischbällchen. GreenForce hat sie in vegan nachgebaut – und man kann nur staunen: Wie kann etwas aus Erbsen so sehr nach Fleischbällchen schmecken? Fast wie bei Ikea. Die Kötbullar, die man in vielen Supermärkten findet, bereichen Salate, Nudelgerichte und mehr. Authentizität ★★★★★ Geschmack ★★★★ Nährstoffe ★★★ GreenForce Leberkäs Jeder vermisst Leberkäs, den Inbegriff des sündig-schlechten Fleisches – außer die Veganer, die den GreenForce-Leberkäse genießen, entweder zum Selbst-Anrühren oder am Stück aus der Packung. Zwar schmeckt das Produkt aus Erbsen und A
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Haustiere
Kann man Hunde vegan ernähren?
Ob man Hunde vegan ernähren kann und darf, ist unter Tierhaltern umstritten. In der Wissenschaft herrscht dagegen Klarheit.
Um zu wissen, wofür der Hund gemacht wurde, muss man ihm nur ins Maul schauen. Die Reißzähne zeigen klipp und klar, dass ihm die Schöpfung keinen Brokkoli, sondern andere Tiere auf die Speisekarte geschrieben hat. Dies bringt viele Hundehalter in ein Dilemma. Einerseits sind sie tierlieb und wissen bestens, dass Tiere keine Automaten sind, sondern Geschöpfe, die zu vielfältigen, auch sonderbaren Empfindungen fähig sind. Dass sie durchs Tierfutter die Massentierhaltung subventionieren – mit ungefähr einer Milliarde Euro im Jahr – dürfte den wenigsten Hundehaltern gefallen. Aber andererseits braucht der Hund halt Fleisch, um gesund zu bleiben. Oder? Soweit man weiss eben nicht. Fast alle Studien, die es dazu gibt, zeigen, dass man Hunde nicht nur problemlos vegan ernähren kann – sondern sie damit auch gesünder und länger leben. 25 Jahre alt und vegan Hunde sind eben keine Wölfe mehr. Sie haben sich mit dem Menschen entwickelt und gelernt, Kohlenhydrate zu verstoffwechseln. Wären sie nicht in der Lage, zu verdauen, was dem Menschen von der Tafel fällt, wären sie längst ausgestorben. Zudem hat das, was im Hundefutter steckt, nichts mit dem guten Fleisch zu tun, das Wölfe reißen. Es sind Schlachtabfälle – Knorpel, Haare, Hufe, Urin – aus einer Massenhaltung, die die Tiere krank und ihr Fleisch ungesund macht. Dementsprechend berichten viele Hundehalter davon, dass eine vegane Ernähr











