Die Ulmer Tauben
Stadttauben sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren verändert hat - was man auch in Ulm gut sehen kann.
Stadttauben sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren verändert hat. Früher wurden sie in kleinen Schlägen auf dem Speicher als Nahrungsmittel gehalten. Heute fliegen sie frei durch unsere Städte, sitzen auf Dächern, Plätzen und Balkonen und gehören längst zum Stadtbild dazu.
Eigentlich kann man sagen, dass Tauben eine der wenigen Tierarten sind, die wir im Alltag sehen und die sich ein Stück Freiheit zurückgeholt haben. Sie waren mal Stalltiere in engen Schlägen - und heute flattern sie frank und frei durch unsere Innenstädte.
Aber genau das bringt auch Probleme mit sich – für die Tauben selbst und für die Stadt. In Ulm kann man dies ganz gut beobachten.

Einerseits müssen eben auch Tauben dann und wann mal koten. Der Kot verunreinigt nicht nur Tische und Stühle, die in der Innenstadt stehen, sondern greift auch die Fassaden historischer Bauwerke an. Mit schuld daran sind übrigens auch Leute, die in guter Absicht die Tauben füttern. Denn die nicht-artgerechte Nahrung führt bei den Tauben immer wieder zu Durchfall. Daher wird das Füttern der Tiere in Ulm mit Bußgeldern ab 35 Euro bis 5.000 Euro bestraft.
Um sowohl den Tauben zu helfen als auch die Probleme, die sie in der Stadt verursachen, zu entschärfen, greift seit dem letzten Jahr die Stadt selbst ein. Zusammen mit der AG Stadttauben hat Ulm öffentliche Taubenschläge eingerichtet. Einen davon, am Ehinger Tor, haben wir fotografiert.
In den Taubenschlägen werden die Vögel artgerecht ernährt. Indem man ihre Eier durch Toneier ersetzt, kontrolliert man zudem die Population der brütefreudigen Tiere.