Memminger Landwirte vor Gericht

Memminger Landwirte vor Gericht
Memmingen ist idyllisch - solange man nicht in manche Ställe schaut. Bild von Rictor Norton & David Allen via flickr.com. Lizenz: Creative Commons.

Es tut sich was! Nicht weit von der Region, in Memmingen, stehen zwei Landwirte vor Gericht, weil sie mindestens 58 Rinder grob vernachlässigt und teils auch gequält haben. 

Die Landwirte hatten 58 Rindern die angebrachte tierärztliche Versorgung verweigert und kranke Tiere qualvoll mit einem Radlader transportiert. Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz, die den Skandal durfch Videoaufnahmen ans Tageslicht gebracht hatte, nennt das Verfahren den „wohl bedeutendsten aktuellen Tierschutzprozess".

Vor Gericht zeigen die Angeklagten keine Reue, sondern beharren auf ihrer Unschuld. Kranke Tiere seien selbstverständlich immer tierärztlich behandelt worden, so einer der zwei angeklagten Landwirte. Warum der Tierarzt im Gegensatz zum Amtsveterinär keine Erkrankungen festgestellt hatte, konnte er aber nicht erklären. Sein Anwalt bemängelte zudem Formfehler der Anklage; die Videos, auf denen diese beruht, seien rechtswidrig und durch Hausfriedensbruch erstellt worden - was Staatsanwaltschaft und Richter aber zurückwiesen.

Anlässlich des Verfahrens fordert Kai Braunmiller, der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft für Fleischhygiene und Tierschutz in Bayern eine Meldepflicht für Hofbesucher. So berichtet es der Bayerische Rundfunk: "Wer beispielsweise als Transporteur, Besamungstechniker oder vom Milchprüfring auf den Hof komme und Verstöße gegen den Tierschutz oder die Hygiene erkenne, sollte diese Information weitergeben müssen". Daneben sollen bei auffälligen Betrieben, wie dem in Memmingen, verpflichtend Videokameras installiert werden. 

Wir finden zwar, man sollte einfach weder Tiere essen noch die Milch der Kühe trinken, denn so viel Platz, dass alle Kühe artgerecht weiden und lange leben dürfen, haben wir gar nicht - begrüßen aber alles, was das Geschäft mit dem Tierleid erschwert und dieses reduziert.

Read more