Tierversuche, leider noch „in“
Auch in der Region müssen Tiere für die Forschung leiden.
Am Tierforschungszentrum der Uni Ulm wurden im Jahr 2024 fast 28.000 Tiere, die meisten davon Mäuse oder Zebrafische, für die Wissenschaft geopfert.
Das Thema hier ist die Traumaforschung - also die Reaktion eines Körpers auf äußerliche Gewalt. Dass das für die Tiere schmerzhaft und grausam wird, ist offensichtlich.
2018 kam die Sahnehaube auf die Torte: Die Uni Ulm gewann einen Preis. Den Preis für ein "Herz aus Stein", vergeben von der Organisation Ärzte gegen Tierversuche für die schlimmsten Tierversuche des Jahres.
Denn es wurden Mäuse – lebende Tiere! – drei Wochen lang passiv dem Zigarettenrauch ausgesetzt. Danach haben die Forscher die Lungen der Mäuse gequetscht, um herauszufinden, wie der Zigarrettenrauch die Reaktion der Lunge beeinflusst.
Im Oktober 2025 wurde dann, immerhin, das i3R-Zentrum für die Versuchstiere eröffnet. 3R bedeutet: Replace – Reduce – Refine. Dieses System soll weniger Tiere verwenden und diesen weniger Qualen bereiten. Am Kernproblem, dem oft unnötigen Missbrauch von Tieren für die Forschung, ändert dies aber kaum etwas.
Gegner von Tierversuchen, etwa die Ärzte gegen Tierversuche, meinen, dass Tierversuche mehr oder weniger vollständig unnötig sind. Denn Mäuse sind Menschen genetisch zwar ähnlich, aber nicht identisch, was die Ergebnisse weitgehend wertlos macht. Moderne Methoden, wie Laborzellen und Computersimulationen, sind nicht nur leidfrei, sondern auch wissenschaftlich überlegen; Tierversuche sind demnach nur eine Altlast früherer Forschungsmethoden,
Immerhin gibt es Hoffnung, dass Tierversuche in Zukunft seltener und einmal ganz abgeschafft werden. Doch dies wird leider noch einige Zeit dauern.