Wo Tierliebe endet

Wo Tierliebe endet
Foto von Cristoph Bergmann

Ulm ist eine Stadt der Gegensätze. Ob das aber noch Gegensätze sind, oder schon an Doppelmoral grenzt, ist fraglich. In jedem Fall muss man sich bemühen, nur in eine Richtung zu schauen.

Auf der einen Seite gibt es eine reiche vegane Gastronomie und eine Stadtverwaltung, die sich ernstlich um den Tierschutz kümmert.  Doch sobald man mal raus in das Industriegebiet im Donautal fährt, enthüllt sich eine sehr viel dunklere Seite: Man findet dort den Ulmer Schlachthof, der, zur Müller Gruppe gehörend, einer der größten Schlachthöfe Süddeutschlands ist. Mehr als eine Million Schweine im Jahr werden hier getötet.

Quasi rund um die Uhr fahren Vieh-Transporter heran. Sie passieren die Schranken und werden als ganzes gewogen. Dann laden sie die Tiere aus. Diese werden durch enge Metallgänge getrieben, mit CO2 qualvoll erstickt und anschließend in Teile zerlegt. Was nicht nutzbar ist, wird verbrannt, was an einer dünnen, in den Himmel aufsteigenden Rauchsäule zu sehen ist.

Alles andere verlädt man auf Transporter auf der Rückseite des Schlachthofs, die damit dann Metzger und Supermärkte versorgen. Eine Million Schweine im Jahr! Das Ausmaß dieses Leids und Unrechts ist kaum vorstellbar.

Wenn man das auf die deutsche Bevölkerung umrechnen würde, dieses Massensterben, wäre bald niemand mehr da.