HUNDE VEGAN ERNÄHREN
„Der Hund braucht nicht zwingend Fleisch – er braucht Nährstoffe.“
Marsapet, ein rheinländischer Hersteller von Heimtierfutter, leistet Pionierarbeit: Mit MicroBell bietet das Unternehmen das weltweit erste Alleinfuttermittel für Hunde mit mikrobiellem Protein an. Grund genug für die Vegionale, dem Verkaufsleiter Bert Fuhrmann ein paar Fragen zu stellen.
Marsapet, ein rheinländischer Hersteller von Heimtierfutter, leistet Pionierarbeit: Mit MicroBell bietet das Unternehmen das weltweit erste Alleinfuttermittel für Hunde mit mikrobiellem Protein an. Grund genug für die Vegionale, dem Verkaufsleiter Bert Fuhrmann ein paar Fragen zu stellen.
Hunde vegan zu ernähren ist umstritten. Sie haben im vergangenen Jahr dennoch eine vegane Linie eingeführt. Warum?
Wir haben bereits vor zehn Jahren mit Insektenprotein eine alternative Proteinquelle erschlossen. Wir wollten das schon lange mit einem rein veganen Protein fortführen, hatten aber bis vor etwa eineinhalb Jahren keines gefunden, dessen Aminosäureprofil unseren Anforderungen entsprach.
Bei Menschen ist eine rein pflanzliche Proteinversorgung unkompliziert. Sind die Anforderungen bei Hunden höher?
Zur menschlichen Ernährung kann ich nichts sagen. Für Hunde veröffentlicht die FEDIAF, der europäische Verband der Heimtierfutterindustrie, Ernährungsleitlinien. Sie beschreiben unter anderem, was ein Alleinfuttermittel beim Aminosäureprofil leisten muss. Das ist für uns die Mindestvoraussetzung.
Und diese kann man auch ohne Fleisch erfüllen?
Der Hund braucht nicht zwingend Fleisch, sondern die richtigen Nährstoffe. Das in MicroBell eingesetzte Protein verfügt über ein vollständiges Aminosäureprofil. Die Verdaulichkeit der essenziellen Aminosäuren liegt bei über 85 Prozent.
Das bedeutet, dass die essenziellen Aminosäuren eine Verdaulichkeit von mehr als 85 Prozent aufweisen. Wie hoch ist dieser Wert bei Hundefutter aus Fleisch?
Das ist mit hochwertigen tierischen Proteinquellen vergleichbar. Bei Futtermitteln mit tierischen Nebenerzeugnissen kann die Proteinqualität je nach Ausgangsmaterial und Verarbeitung unterschiedlich ausfallen. Entscheidend sind nicht allein die Herkunft, sondern das Aminosäureprofil und die tatsächliche Verdaulichkeit.
Wie wird das mikrobielle Protein denn hergestellt?
Das ist spannend: Wir haben das US-amerikanische Unternehmen Calysta entdeckt. Calysta nutzt den natürlich vorkommenden Mikroorganismus Methylococcus capsulatus (Bath), der in einem Fermenter zusammen mit Nährstoffen und Methan ein Protein mit hervorragendem Aminosäureprofil produziert. Das vermarktet Calysta unter dem Namen FeedKind.
Klingt sehr chemisch …
Es ist technisch, basiert aber auf einem natürlichen Fermentationsprozess. Die Vorteile sind bestechend: Die Produktion erfolgt unter kontrollierten Bedingungen, benötigt sehr wenig Wasser und kein Ackerland, kein Getreide und kein Soja. Ökologisch gesehen ist es genau das, was wir gesucht haben.
Und geschmacklich?
Ich probiere jedes Hundefutter, das wir herstellen, selbst. Und dieses schmeckt mir mit Abstand am besten. FeedKind enthält einen hohen Anteil an Glutaminsäure. Diese trägt zum herzhaften Umami-Geschmack bei, der auch in vielen Lebensmitteln wie Tomaten oder Pilzen vorkommt. Das dürfte zur sehr guten Akzeptanz bei Hunden beitragen.
Vertragen sie es auch gesundheitlich?
FeedKind wurde in einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Verträglichkeit und Nährstoffverwertung bei Hunden bewertet. Die Protein- und Energieverdaulichkeit der untersuchten Futterrezepturen lag über 80 Prozent, die Fettverdaulichkeit über 90 Prozent. Zudem wurden positive Veränderungen im Darmmikrobiom beobachtet.
Das klingt ja toll. Planen Sie auch eine Produktlinie für Menschen?
(lacht) Nein. Wir sind ein Futtermittelhersteller und konzentrieren uns auf Heimtierfutter. FeedKind Pet ist für den Futtermittelbereich zugelassen. Für Lebensmittel für Menschen liegt uns keine entsprechende Zulassung vor.
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