Tierschutz, Ernährung und Gesundheit in Ulm, Neu-Ulm und Günzburg

++ Regional-Meldungen ++

Führungswechsel im Ulmer Tierheim

Moritz Steiger führt jetzt den Trägerverein des Ulmer Tierheims. Er folgt auf Dagmar Kaufmann-Widder, die den Verein seit 2002 geleitet hat. Seine erste Baustelle sind die Fundtierverträge.

 ·  Regionales News  ·  30. October 2026  ·  Aus Ausgabe 2/2026, S. 28

Foto: Vegionale

Nach 24 Jahren an der Spitze hat Dagmar Kaufmann-Widder den Vorsitz des Ulmer Tierschutzvereins abgegeben. Ihr Nachfolger Moritz Steiger, ein IT-Unternehmer, übernimmt ein saniertes, gut ausgestattetes Tierheim und will die Kommunen bei den Fundtierkosten stärker in die Pflicht nehmen.

Genau genommen hat nicht das Tierheim gewählt, sondern sein Träger: der Tierheim und Tierschutzbund Ulm/Neu-Ulm und Umgebung e.V.. Auf seiner Mitgliederversammlung am 28. Mai 2026 im Ulmer Bantleon-Forum wählten die Mitglieder Moritz Steiger für drei Jahre zum 1. Vorsitzenden; er setzte sich gegen einen Gegenkandidaten durch. Rosita Schauber bleibt 2. Vorsitzende, neu im ehrenamtlichen Vorstand sind Schatzmeister Philipp Wachtel und Schriftführerin Lilli Arndt. Ganz reibungslos lief der Abend laut Südwest Presse nicht: Einige Mitglieder fühlten sich vor der Wahl beeinflusst, kritisiert wurde zudem, dass der neue Schatzmeister in Steigers IT-Firma arbeitet.

Der IT-Unternehmer ist dem Verein seit Langem verbunden: Sein IT-Systemhaus aus Schelklingen setzt die Internetseite des Tierheims technisch um, so steht es schon seit Jahren im Impressum. Steiger löst Dagmar Kaufmann-Widder ab. Sie war ab 1999 2. Vorsitzende und hat den Verein laut Vereinschronik seit 2002 als 1. Vorsitzende geführt. Zur Wahl trat sie nicht mehr an.

Vom Schuldenberg zum modernen Tierheim

Kaufmann-Widder übernahm einen Verein in Schieflage. Laut Südwest Presse drückten Schulden von 160.000 Mark, zeitweise stand sogar die Gemeinnützigkeit auf dem Spiel. Mit Sparen, Spenden, einer Erbschaft und vor allem mit der Unterstützung von Drogerie-Unternehmer Erwin Müller (laut Zeitung vier Millionen Euro) wurde das Tierheim im Örlinger Tal saniert und ausgebaut. Entstanden sind ein neues Hundehaus mit Außenzwingern, ein Kleintierhaus, Quarantänestationen für Hunde und Katzen, eine Vogelvoliere und ein neues Verwaltungsgebäude. Die Zeitung nannte das Ergebnis 2021 „einzigartig im Land“. 2023 erhielt Kaufmann-Widder die Ehrennadel des Landes. Heute stehen dem Verein mehr als 6.000 Quadratmeter zur Verfügung. Er versorgt im Jahr über 1.000 Tiere und nimmt als Vertragspartner Fund- und Verwahrtiere aus Ulm, Neu-Ulm und dem Alb-Donau-Kreis auf.

Foto Vegionale

Was seit dem Sommer passiert ist

Der Standard lässt sich nur halten, wenn die Kosten gedeckt sind, und genau da setzt Steiger an. Im Oktober überraschte er den Langenauer Gemeinderat: Der Verein hat den Fundtiervertrag mit der Stadt zum 27. Februar 2027 gekündigt. Bisher zahlte Langenau einen Euro pro Einwohner plus Umsatzsteuer. Künftig will der Verein laut Südwest Presse keine Pauschalen mehr, sondern die Kosten je Tier abrechnen. Als Richtwerte nannte er 563 Euro für einen Hund, 336 Euro für eine Katze und 150 Euro für ein Kleintier, weitere Kosten kämen hinzu. Das Problem kennen viele Tierheime: Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbunds sind die meisten Fundtierverträge nicht kostendeckend, den Rest zahlen die Vereine aus eigener Tasche.

Gleichzeitig ist das Haus voll. Ende September warteten 102 Katzen auf ein neues Zuhause, 78 davon im Tierheim und 24 in Pflegestellen. Darunter waren viele Jungtiere, aber auch sechs Senioren. Als Gründe nennt die Zeitung die stockende Vermittlung in den Ferien und mehr unkastrierte Freigänger. Im August suchte das Tierheim außerdem eine Tierpflegerin oder einen Tierpfleger für die Hundeabteilung.

Foto Vegionale

So kann man helfen

Für die laufenden Kosten ist der gemeinnützige Verein auf Spenden angewiesen. Wie man spenden, Pate werden oder Mitglied werden kann, steht auf der Internetseite des Tierheims Ulm. Gezielte Spendenprojekte gibt es auf betterplace.org. Wer ein Tier aufnehmen möchte, findet die Tiere zur Vermittlung online; Besuchszeit ist Freitag bis Sonntag von 14 bis 16 Uhr im Örlinger-Tal-Weg 40. Ehrenamtliche werden zum Beispiel als Gassigänger gebraucht. Für die Tombola beim Weihnachtsfest am 6. Dezember sucht das Tierheim gerade Sachspenden.

++ Regional-Meldungen ++

Ulm zeigt, wie’s geht

Ein neues Taubenhaus im Parkhaus Deutschhaus, ein Umzug ins Gartenschau-Gelände und Kunsteier statt Küken: So geht Ulm mit seinen Stadttauben um.

 ·  Regionales News  ·  30. October 2026  ·  Aus Ausgabe 2/2026, S. 26

Foto: Vegionale

Ulm setzt bei den Stadttauben auf betreute Schläge: Seit März gibt es ein drittes Taubenhaus im Parkhaus Deutschhaus. Der erste Taubenwagen musste dagegen vom Ehinger Tor weichen und steht jetzt im Dichterviertel, auf dem künftigen Gelände der Landesgartenschau 2030.

In Ulm kümmert man sich weiterhin um die Stadttauben. Das heißt vor allem, die Tiere so unterzubringen, dass das Zusammenleben von Mensch und Taube in der Stadt möglichst reibungsfrei bleibt. Seit dem 24. März 2026 ist im obersten Deck des Parkhauses Deutschhaus das dritte Taubenhaus der Stadt in Betrieb: ein Container auf der Fläche von zwei Stellplätzen, in den die Tiere durch einen Flugtunnel in der Fassade einfliegen. Rund 300 Tauben finden darin Platz, die Stadt hat nach eigenen Angaben rund 85.000 Euro investiert. Der zentrale Standort ist Absicht: Die Tauben aus der Fußgängerzone sollen sich hier ansiedeln. Das braucht Zeit, wie die Stadt selbst schreibt, und so füllte sich der Schlag über den Sommer nur langsam.

Vom Ehinger Tor ins Dichterviertel

Der erste Ulmer Schlag, ein mobiler Taubenwagen, war am 3. April 2025 auf einem Parkplatz in der Neuen Straße beim Ehinger Tor aufgestellt worden. Dort konnte er nicht bleiben: Rund um das Ehinger Tor wird für die Landesgartenschau umgebaut, und durch die Neue Straße werden laut der Bauvorlage zum Umbau des Verkehrsknotens bis Ende 2026 neue Leitungen für Fernwärme, Gas, Wasser und Strom verlegt. Inzwischen steht der Wagen westlich des Hauptbahnhofs beim Kulturzentrum Gleis 44 in der Schillerstraße, also im Dichterviertel. Das Viertel ist Teil des Geländes der Landesgartenschau 2030, zu der der Schlag damit künftig gehören wird. Der neue Platz abseits der großen Kreuzung dürfte für die Tiere ohnehin der angenehmere sein. Ein weiterer Wagen steht in Böfingen auf einer Wiese am Böfinger Weg. Alle drei Häuser haben je 80 Brutboxen.

Stadtverwaltung und Taubenschützer siedeln derweil Tauben in die Schläge um, die verletzt gefunden und aufgepäppelt wurden. Eier freibrütender Tauben aus ungeeigneten Nistplätzen, etwa auf Baustellen, bringen sie in den Schlag, damit sie dort ausgebrütet werden. Denn eine Taube, die in einem Schlag schlüpft, wird ihn als ihr Zuhause betrachten.

Taubenschlag der Tierschutzpartei in Ulm
Bild: Die Vegionale

Kunsteier statt Küken

Das Prinzip folgt dem „Augsburger Modell“: Ehrenamtliche des Vereins AG Stadttauben Ulm versorgen die Tiere alle zwei Tage mit frischem Wasser und artgerechtem Futter, putzen und tauschen die Eier gegen Attrappen aus Kunststoff. So schlüpfen keine Küken mehr, und die Population soll allmählich kleiner und gesünder werden. Weil die Tiere standorttreu sind, halten sie sich überwiegend im Schlag auf, und dort fällt auch der größte Teil ihres Kots an. Von der Stadt sind die Bürgerdienste, das Gebäudemanagement und das Veterinäramt beteiligt. Nach Angaben der Stadt ist das geplante Netz von drei Taubenhäusern damit vollständig. Auf ihrer Infoseite führt sie Ende Oktober 2026 weiterhin diese drei Standorte.

Flankiert wird das Ganze vom Fütterungsverbot, das per Polizeiverordnung im gesamten öffentlichen Raum gilt. Seit dem Frühjahr weisen Schilder in der Innenstadt darauf hin, der Kommunale Ordnungsdienst kontrolliert. Das Bußgeld beginnt bei 50 Euro und kann bei wiederholten Verstößen bis zu 5.000 Euro betragen. Die Freien Wähler hatten im Herbst 2025 nach Maßnahmen gegen illegales Füttern gefragt. Die Begründung der Stadt: Wer füttert, hält die Tiere davon ab, sich in den Schlägen anzusiedeln, und lockt Ratten an. Und anders als bei den Saatkrähen kommt Vergrämung für die Tauben nicht in Frage. Als Nachkommen von Haustieren seien sie keine Wildtiere, die Stadt habe ihnen gegenüber deshalb eine gewisse Fürsorgepflicht.

Fütterungsverbot ohne Taubenhäuser – Verhungern droht!

Anders sieht die Situation in Städten aus, in denen es zwar ein Fütterungsverbot, aber keine betreuten Taubenschläge gibt. Ein Beispiel dafür ist Hechingen im Zollernalbkreis. Dort gilt seit August 2025 ein Fütterungsverbot, das inzwischen auch private Grundstücke und Gärten einschließt. Der hiesige Stadttaubenverein kritisiert dies scharf. Nach eigenen Angaben werden dem Verein immer wieder stark abgemagerte, geschwächte oder bereits tote Taubenküken und Jungtiere gemeldet. Die Tierschützer machen dafür den Entzug der Nahrungsquellen mitverantwortlich und wollen das Verbot gerichtlich überprüfen lassen. Dafür hat der Verein einen Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg eingereicht. Um das Verfahren bezahlen zu können, werden derzeit Spenden gesammelt. Nach Einschätzung des Rechtsanwalts des Vereins könnten Kosten von bis zu 20.000 Euro entstehen.

Auch in Hechingen könnte ein Konzept wie in Ulm eine Alternative sein. Betreute Taubenschläge mit regelmäßiger Fütterung würden den Tieren eine verlässliche Nahrungsquelle bieten.

Bleibt zu hoffen, dass weitere Städte diesem Beispiel folgen.

++ Regional-Meldungen ++ / EHRENAMTLICHER VOGELSCHUTZ

Der NABU sorgt in der Region für Wildvögel

Bald, wenn ab April die ersten Vögel brüten, wird sich Wiltrud Spieckers Haus wieder mit Jungvögeln füllen, die aus dem Nest gefallen sind, nach dem Ausfliegen verirrt haben, von Katzen …

 ·  Regionales Tiere in der Region  ·  10. March 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 19

Wiltrud Spiecker, Sprecherin des NABU Ulm/Neu-Ulm
Bild: Wiltrud Spiecker

Bald, wenn ab April die ersten Vögel brüten, wird sich Wiltrud Spieckers Haus wieder mit Jungvögeln füllen, die aus dem Nest gefallen sind, nach dem Ausfliegen verirrt haben, von Katzen gefangen oder anderweitig hilfsbedürftig geworden sind. Die Sprecherin des NABU Ulm/Neu-Ulm nimmt solche Kleinvögel, die Leute in ihren Gärten finden, entgegen und päppelt sie fachkundig auf. Ab dem späten Frühjahr singen und flattern rund 30 bis 40 Vögel im Haus der Biologin umher, etwa Meisen, Spatzen, Amseln und Schwalben. Solange die Vögel sie als Ersatzmutter anerkennen, sind sie zutraulich, manchmal sogar regelrecht aufdringlich; wenn sie selbständig werden, werden sie aber in der Regel scheu und vorsichtig. Im Oktober, wenn die Ästling-Saison zu Ende geht, kehrt langsam wieder Ruhe im Hause Spiecker ein, was die Tierschützerin zugleich erleichtert und betrübt.

Die Wildvögel sind ein Schwerpunktthema des NABU. Der Naturschutzbund vertritt deren Interessen auch bei der Stadtplanung, etwa in Neubaugebieten. Hier sind etwa große Glasflächen gefährlich, an denen nach Hochrechnungen in Deutschland etwa 100 Millionen Vögel pro Jahr sterben. Die Stadt ist verpflichtet, den Rat des NABU anzuhören, doch immer durchsetzen können sich die Naturschützer nicht. Auch praktisch schützt der NABU die Wildvögel. Die Mitglieder installieren etwa Nisthilfen für Eisvögel – die man in der Friedrichsau beobachten kann, – Schwalben und andere Vögel. Sie pflegen das Arnegger Ried, ein ehemaliges Moor im Blautal, in dessen feuchten Wiesen sich viele Wildtiere wohlfühlen, beraten bei fledermausfreundlichen Sanierungen und mehr.

Bild: Christoph Bergmann oder Envato oder Waltrud Spieker (Zuordnung im Heft nicht eindeutig)

Zum Mitmachen

Der NABU Ulm/Neu-Ulm sucht ständig Ehrenamtliche, die sich um Nistkästen, Biotope und Wildvögel kümmern.
Info: www.nabu-ulm-neu-ulm.de

++ Regional-Meldungen ++ / AUS DEM GEMEINDERAT

Der Tierschützer im Rathaus

Mit Bastian Thomas Röhm sitzt erstmals ein Vertreter der Tierschutzpartei im Ulmer Gemeinderat. Der 40-Jährige war eigentlich ein starker Fleischesser, doch nachdem er in der Technikerschule den Film „Earthlings“ gesehen …

 ·  Regionales News  ·  10. March 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 19

Bastian Thomas Röhm im Ulmer Rathaus
Bild: Die Vegionale

Mit Bastian Thomas Röhm sitzt erstmals ein Vertreter der Tierschutzpartei im Ulmer Gemeinderat. Der 40-Jährige war eigentlich ein starker Fleischesser, doch nachdem er in der Technikerschule den Film „Earthlings“ gesehen hatte, wurde er über Nacht zum strikten Veganer. Ihm war mit Wucht klar geworden, wie viel Leid und Unrecht in jedem Bissen Fleisch stecken. Nach einigen Jahren Aktivismus in der Fußgängerzone trat der Maschinenbautechniker der Tierschutzpartei bei, stieg zum Vorsitzenden in Baden-Württemberg auf und ergatterte 2024 einen Platz im Ulmer Stadtrat. Seitdem vertritt er die Interessen der Tiere in der Lokalpolitik. Er sieht sich „als Speerspitze, die den Weg ebnet”. Sein Ziel, „die Massentierhaltung abzuschaffen”, behält er im Hinterkopf, aber die politische Arbeit zwingt ihn dazu, moderatere Brötchen zu backen: Er organisiert etwa die Aufstellung von Taubenschlägen, sorgt für den Wildkatzenschutz und kämpft für ein nächtliches Mähverbot für Roboter, um Igel zu schützen.

Nicht alles, was er sich vornimmt, gelingt. So biss er etwa auf Granit, als er die lebende Krippe am Weihnachtsmarkt abschaffen wollte, weil Schafe keine Dekoration sein sollten. Auch sein Vorschlag, eine vegane Speise in der Schulmensa anzubieten, erntete empörten Widerstand. Aber die Amtszeit von Röhm dauert noch bis 2028 – und geht es nach ihm, noch länger. Für den Tierschutz in der Region gibt es genug zu tun.

Zum Mitmachen

Die „Partei Mensch Umwelt Tierschutz“ wurde 1993 als erste Tierschutzpartei der Welt gegründet. Mit 1–2 Prozent bei Bundestags- und Europawahlen ist sie eine der stärksten Kleinparteien Deutschlands; sie ist bereits in einigen Bezirks-, Stadt- und Gemeinderäten vertreten, etwa in Stuttgart, München und Berlin.

++ Regional-Meldungen ++ / TIERSCHUTZ IN DER STADT

Ulm richtet dritten Taubenschlag ein

Stadttauben stammen von domestizierten Felsentauben ab. Sie wurden nicht gezüchtet, um Briefe zu transportieren, wie man manchmal denkt, sondern um schnell Fleisch anzusetzen und viele Eier zu legen. Man hielt …

 ·  Regionales News  ·  10. March 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 18

Taubenschlag der Tierschutzpartei in Ulm
Bild: Die Vegionale

Stadttauben stammen von domestizierten Felsentauben ab. Sie wurden nicht gezüchtet, um Briefe zu transportieren, wie man manchmal denkt, sondern um schnell Fleisch anzusetzen und viele Eier zu legen. Man hielt sie in Schlägen auf Speichern als Nahrungsquelle, vor allem für arme Bürger. Als während des Zweiten Weltkrieges viele Stadthäuser zerstört wurden, entkamen viele Tauben in die Freiheit. Andere entließ man, als sich die Versorgung mit Nahrungsmitteln verbesserte. Dass die Tauben nicht länger als Futtertiere gehalten werden, ist ein großer, oft verkannter Erfolg der Tierbefreiung. Allerdings sind sie in der Wildnis nicht überlebensfähig. Sie klammern sich daher an die menschliche Zivilisation und picken, was sie in der Stadt finden. Gleichzeitig vermehren sie sich besonders stark, da sie gezüchtet wurden, um viele Eier zu legen. Dies hat in vielen Städten mittlerweile zu Taubennotständen geführt.

So auch in Ulm. Hier nimmt man die Verantwortung an, die Menschen gegenüber den von ihnen geschaffenen Geschöpfen haben. Der AG Stadttauben sowie die Stadtverwaltung richten Taubenschläge ein: Bauwagen, die zu mobilen Taubenhäusern umgebaut sind. In ihnen finden die Vögel artgerechte Nahrung, was auch deren Verdauung sichtbar verbessert. Außerdem ersetzen sie die Eier durch Attrappen, um die Vermehrung zu kontrollieren. Mittlerweile gibt es in Ulm drei Taubenschläge: am Ehinger Tor, in Böfingen und am Deutschhaus. Zwei weitere sind in Planung und werden, hoffentlich, 2026 eingerichtet. Ulm folgt dabei dem Augsburger Modell, das den Tauben freien Zu- und Ausgang aus den Schlägen erlaubt. Im November und Dezember mussten sie wegen der umgehenden Vogelgrippe allerdings in Quarantäne.

++ Regional-Meldungen ++ / STADTPOLITIK

Igelschutz per Allgemeinverfügung

Ende November brachte der Ulmer Stadtrat eine Allgemeinverfügung für den Igelschutz auf den Weg. Damit reagiert die Stadt darauf, dass der europäische Igel zunehmend bedroht ist, unter anderem, weil die …

 ·  Regionales News  ·  10. March 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 18

Ein Igel zwischen Efeu in einem Garten
Foto: Dirk, CC BY 2.0

Ende November brachte der Ulmer Stadtrat eine Allgemeinverfügung für den Igelschutz auf den Weg. Damit reagiert die Stadt darauf, dass der europäische Igel zunehmend bedroht ist, unter anderem, weil die Gärten immer gepflegter, aber damit auch weniger igelfreundlich werden. Ulm wird dadurch zur ersten Stadt in Baden-Württemberg, die Igel und andere Wirbeltiere durch eine solche Verfügung besser schützt. Unter anderem sollen mehr geeignete öffentliche Übernachtungsmöglichkeiten für Igel geschaffen und ein nächtliches Mähverbot für Roboter erlassen werden, da immer wieder Igel unter deren Messer geraten.