Tierschutz, Ernährung und Gesundheit in Ulm, Neu-Ulm und Günzburg

Titelthema

Winterschlaf in den Höhlen auf der Alb

 ·  Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 33

Ein Großes Mausohr (Myotis myotis) – die Art überwintert in Höhlen der Schwäbischen Alb
Ein Großes Mausohr (Myotis myotis) – die Art überwintert in Höhlen der Schwäbischen Alb. Foto: MissMhisi, CC BY-SA 4.0

Sie heißen „großer Abendsegler” oder „braunes Langohr”. In Deutschland gibt es 24 Fledermausarten, die allesamt als gefährdet gelten. Ein Grund liegt darin, dass die Insektizide der Landwirtschaft den Insektenbestand, von dem sich Fledermäuse ernähren, drastisch reduziert haben. Ein anderer liegt in der zunehmenden Ordnung der Welt, in der morsche Bäume und verfallene Häuser rasch aufgeräumt werden, wodurch die Fledermäusen sichere Unterkünfte verlieren. Zu allem Übel erreichen die Tiere ein für ihre Körpergröße biblisches Alter von mehr als 20 Jahren und zeugen nur ein bis zwei Jungtiere im Jahr. Dadurch baut sich der demolierte Bestand nur sehr langsam wieder auf.

Umso wichtiger ist es, die aktuelle Population zu schützen. Dies gehört auch zu den Aufgaben des Blaubeurener Höhlenvereins, in dessen Höhlen sich viele Fledermäuse zum Überwintern zurückziehen. Sie bilden große Kolonien mit mitunter tausend Tieren, die ihre Körpertemperatur auf etwa vier Grad senken. Wenn sie aus dem Winterschlaf erwachen, benötigen sie so viel Energie, dass es ihr Leben kosten kann. Daher schließt der Verein die Höhlen in der Winterzeit und betritt sie nur auf leisen Pfoten, um den Bestand zu zählen.

Titelthema

Tierversuche made in Ulm

 ·  Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 33

Eine Labormaus
Eine Labormaus. Foto: Rama, CC BY-SA 2.0 FR

Das Tierforschungszentrum (TFZ) an der Uniklinik Ulm gehört zu den Zentren der Tierversuche in Süddeutschland. Der Schwerpunkt liegt auf der Traumaforschung, einem in der Sache gewalttätigen Interesse.

Laut den eigenen Angaben verbrauchte das TFZ im Jahr 2024 19.213 Mäuse, 7.498 Zebrafische, 782 Ratten, 207 Hamster, 54 Krallenfrösche, 19 Schweine und 2 Kaninchen, also 27.775 Tiere, um zu erforschen, wie diese auf Verletzungen durch äußere Gewalteinwirkung reagieren. Dafür erhielt es 2018 sogar einen Preis, „Herz aus Stein”, verliehen von den Ärzten gegen Tierversuche für die schlimmsten Tierversuche.

Dass Tierversuche unangenehme ethische Fragen mit sich bringen, bestreitet kaum jemand. Während aber die Ärzte gegen Tierversuche meinen, dass sie für die menschliche Medizin nutzlos und vollständig ersetzbar sind, hält die Uni sie für „komplexe Fragestellungen” wie die Traumaforschung sowie „richtungsweisende Entdeckungen” noch für alternativlos. Allerdings erprobt in Ulm das 3R-Zentrum Ersatzmethoden, etwa Pankreas-Organoide sowie Computersimulationen, um Tierversuche zu reduzieren, und macht die Versuche weniger qualvoll. Vielleicht wird die Forschung einmal ohne Tierleid auskommen – noch scheint dies aber in weiter Ferne zu liegen.

Titelthema

Tauben in der Stadt

 ·  Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 33

Eine Stadttaube
Eine Stadttaube. Foto: B3251, CC BY-SA 4.0

Stadttauben zeigen, wie sich die Beziehung zwischen Mensch und Tier zum Besseren verändern kann. Früher hielt man sie in engen Schlägen auf dem Speicher, um ihre Eier und ihr Fleisch zu essen. Heute brüten sie frei und bevölkern gurrend, fliegend und pickend unsere Innenstädte.

Wie viele Tauben konkret in Ulm und Neu-Ulm leben, hat natürlich niemand gezählt. Man sagt aber, dass auf drei Einwohner einer Großstadt pi mal Daumen eine Taube kommt, womit wir bei etwa 40.000 Tauben in Ulm und 20.000 in Neu-Ulm wären.

Das enge Zusammenleben mit dem Menschen schafft immer wieder Reibungspunkte. Einerseits leiden die Tiere an der völlig falschen Fütterung durch Menschen, etwa mit Pommes oder Kebab, andererseits – und damit eng verbunden – verunreinigen sie die Innenstadt mit ihrem unnatürlich flüssigen Kot, was wiederum die Pommes- und Kebabläden stört.

Beidem wirkt die Stadt seit dem letzten Jahr entgegen, indem sie Taubenschläge aufstellt – womit sie nicht nur die Innenstadt sauberer macht, sondern auch der Fürsorgepflicht des Menschen für Geschöpfe nachkommt, die er sich geschaffen hat.

Titelthema

Die zwei Reisen im Leben eines Schweins

 ·  Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 33, 34

Schlachthof
Bild: Die Vegionale

Mitten durch die Region zieht sich ein Netzwerk, das aus Tierleid Lebensmittel macht. An jedem Tag, im Sommer wie im Winter, „produzieren” Muttersauen in Ställen der Region Ferkel, in einer so engen Bucht, dass sie sich nicht mal wälzen können. Nach einem Monat entreisst man der Sau die Ferkel, damit diese ihre erste Reise antreten: nach Ehingen, wo beim Ferkel-Vermarkter Schleker je Woche rund 5.000 Ferkel umgeschlagen werden. Wie bei einem Schulausflug kreuzen sich hier die Wege der Klassen. In ihrer neuen Heimat mästet der Landwirt die Ferkel so schnell es geht, da jeder Tag Kosten verursacht.

Nach etwa einem halben Jahr in dunklen, engen Ställen – ein Schwein hat etwa einen Quadratmeter Lebensraum – sind die Tiere, im Prinzip noch Kinder, aber oft schon krank von Enge, Langeweile und dem Ammoniak der eigenen Absonderungen, schwer genug, um ihre zweite Reise anzutreten, die auch ihre letzte wird – in den Ulmer Schlachthof im Donautal. Dieser tötet im Jahr über 1,5 Millionen Schweine. Jeden Tag kommen rund 5.000 Schweine mit einem Transporter an. Sie werden durch metallene Gänge getrieben, mit CO2 erstickt, und auf der Rückseite in toten Teilen wieder verladen.

Bild: Christoph Bergmann

KATZENSCHUTZ

Keine Freigänger-Romantik

Die Katzenhilfe Ulm/Neu-Ulm kümmert sich seit 30 Jahren um ein Problem, das vom Menschen verursacht wurde: das der verwilderten Hauskatzen.

 ·  Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 35

Von Wildkameras erfasste nächtliche Streuner.

Oft kommt es vor, dass Menschen Hauskatzen aussetzen oder diese entlaufen. Deren Nachwuchs ist dann nicht mehr in der Lage, mit Menschen zu leben – aber auch nicht ohne sie.

Diese verwilderten Katzen streunen daher um die Zivilisation herum, etwa um Bauernhöfe oder in Industriegebieten wie dem Donautal, wo 300 bis 400 von ihnen leben.

Dieses Streunerleben hat weniger Freigängerromantik, als es manche Stubentiger ausmalen. „Wenn es wie im Donautal nicht genügend Mäuse gibt, ernähren sie sich aus den Mülltonnen,“ erzählt Mimi Barth von der Katzenhilfe, „Viele kommen krank zur Welt, mit kaputten Augen wegen des Katzenschnupfens. Sie sind auch voller Parasiten. Geschätzt 80 Prozent der streunenden Katzen erreichen nicht das erste Lebensjahr.“

Katze vor einer Wildkamera
Bild: Katzenhilfe Ulm/Neu-Ulm

Die Mitarbeiter der Katzenhilfe wirken der explodierenden Population entgegen. Sie fangen die Katzen mit Lebendfallen und lassen sie beim Tierarzt kastrieren, tätowieren und medizinisch versorgen, um sie danach wieder am ursprünglichen Ort auszusetzen

Helfen würde eine Katzenschutzverordnung, wie sie in vielen Bundesländern, aber auch Städten wie Senden bereits gilt. Diese verpflichtet jeden, der Katzen raus lässt, sie zu kastrieren und zu kennzeichnen, und berechtigt Tierschutzvereine, auch abgesperrte Grundstücke zu betreten, um Katzen einzufangen.

In Ulm versucht die Katzenhilfe mit Stadtrat Bastian Röhm und Amtsveterinär Manfred Chaloun, diese Verordnung zu aktivieren. Dafür zählen sie die streunenden Katzen, indem sie sie mit Wildkameras aufnehmen. Noch sträubt sich der Stadtrat. Aber Mimi Barth hofft, bei ihm 2026 Erfolg zu haben.

TITELTHEMA / STÖRCHE

Auf den Dächern Langenaus

Langenau, etwas nordöstlich von Ulm gelegen, ist eine der süddeutschen Storchen-Hochburgen. Die Einwohner lieben die geflügelten Gäste – aber es gibt auch Reibungen.

 ·  Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 36, 37

Storch auf einem Dach in Langenau
Bild: Sven Wolf

Störche sind schwer zu übersehen. Wenn sie ihre Flügel ausbreiten, werfen sie einen weiten Schatten auf die Straßen, und was sie auf die Dächer bauen, sind keine Nester, sondern hölzerne Festungen, die bis zu einer Tonne wiegen können. Diese Auffälligkeit verdeckt, wie selten Störche eigentlich sind. Seit den 80ern hat sich der Bestand von 2.500 auf 7.500 Brutpaare in Deutschland erholt. Das klingt viel, ist aber verglichen mit 85 Millionen Menschen oder 400.000 Krähen-Brutpaaren verschwindend wenig. Der Bestand hat sich stabilisiert, erklärt der Langenauer Storchenbetreuer Jörg Müller, doch bedroht sind die Großvögel weiterhin.

In Langenau, einer der Storchen-Hochburgen Süddeutschlands, gibt es rund 40 Nester, in denen im Sommer gut 200 Störche wohnen. Ab März klappert und flattert es auf den Dächern, und staunende Besucher erblicken auf fast jedem ein Nest. Auf manchen, wie dem der Bäckerei Staib, leben sogar drei Familien in harmonischer Nachbarschaft nebeneinander.

Bild: Sven Wolf

Ideales Umfeld für Störche

Die meisten Langenauer lieben ihre Störche. Aber nicht immer leben Mensch und Tier reibungsfrei zusammen. Wenn die Nester die Schornsteine verstopfen, darf man sie nur mit Genehmigung und nach der Brutzeit entfernen; und wenn die Jungvögel ihre Bürzel über den Nestrand heben, fließt der Kot sturzbachartig das Dach hinab. Das schadet den Ziegeln nicht, sagt Müller, sondern pflegt sie sogar, weil der Kot das Moos zersetzt. Doch wenn er wie bei der Volksbank die Nottreppe und Photovoltaikanlage verschmiert, stößt auch ehrliche Tierliebe an ihre Grenzen.

Jörg Müller mit Fernglas
Jörg Müller ist Storchenbetreuer von Langenau. Als Naturschützer für die ARGE Donaumoos verbringt er einen Großteil seiner Freizeit damit, sich um das Wildleben in den moorigen Wiesen an der Donau zu kümmern. Bild: Sven Wolf

Den Standort Langenau haben sich die Störche ausgesucht, weil sie im nahen Donaumoos genügend Insekten, Mäuse und auch Amphibien als Nahrung finden. Doch wegen der Trockenheit wurde das Angebot im letzten Jahr knapper, weshalb einige Störche, erzählt Müller, die schwächeren Küken kurzerhand aus dem Nest werfen, um sich um die Stärkeren zu kümmern.

Das Leben der Störche ist hart. Im Herbst treibt der Instinkt die Jungvögel auf die Reise in den Süden, teilweise bis nach Afrika, meist aber nur bis Spanien. Von dieser Reise wird nur die Hälfte zurückkehren. Die alten Störche fliegen eigentlich nach – doch rund 14 Exemplare haben sich so gut in Langenau eingelebt, dass sie auch den Winter hier bleiben.

Storchennest über den Dächern Langenaus
Bild: Sven Wolf

Wie monogam Störche wirklich sind, ist umstritten. In den großen Kolonien in Spanien wechseln sie vermutlich auch mal die Partner – und den Freundeskreis. Zumindest hat man in Langenau schon einen Storch angetroffen, der in Spanien geboren ist. Die beiden Prachtexemplare, die am Südgiebel des Rathauses wohnen, dürften sich aber treu bleiben.

Titelthema

Angelseen an der Donau

 ·  Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 34

Angelseen an der Donau aus der Luft
Bild: Die Vegionale

Kaum etwas prägt die Region so stark wie der Bau der Autobahnen. Aber nicht, weil ihre Betonspuren graugerade durch die Landschaft schneiden, sondern weil man für ihren Bau unzählige Kiesgruben an der Donau ausgehoben hat. Aus diesen entstand zwischen Ulm und Leipheim ein in Süddeutschland seltenes Paradies aus Baggerseen – zur Freude von Wasserratten und Anglern, die aus ganz Süddeutschland anreisen, aus Stuttgart, München, Füssen. An sonnigen Tagen kaufen mehr als 100 Personen im Angelcenter Elchingen Tageskarten für einen der mehr als 20 Seen, die der Laden betreut. Es gibt aber noch viele weitere, allein 33 Gewässer des Ulmer Angelvereins. Gefischt werden vorwiegend Hecht und Karpfen, aber auch Giebel, Zander, Schleie, Brachse und andere. Dass die Fische es nicht eben toll finden, so gewaltsam aus dem Leben gerissen zu werden, versteht sich von selbst.

Aber immerhin durften sie, im Gegensatz zu Schweinen, bis dahin in Freiheit leben. Und anders als die Meeresfischer rotten die Angelvereine die Fischarten nicht aus, sondern sorgen dafür, dass die Bestände in den Seen stabil bleiben.

Titelthema

Exoten im Donaumoos

 ·  Regionales Tiere in der Region  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 34

Strauße
Strauße. Foto: Yathin S Krishnappa, CC BY-SA 4.0

Der menschliche Hunger auf Tierisches ist so gewaltig, dass ihn das Vieh, das hier heimisch ist, kaum ganz befriedigen kann. Daher vergreift man sich auch an Exotischem, beispielsweise in Leipheim am König der Vögel – dem Strauss. 1993 erhielt ein Hof im Donaumoos zwei Afrikanische Straussenzuchtpaare, woraus mit dem Straussen Eiland eine der größten und langlebigsten Straussenfarmen Deutschlands wurde. Wiewohl die Tiere besser leben dürften als Hühner oder Schweine, geht ihre Ausbeutung, wie die Tierschutzorganisation PETA anprangert, ebenfalls mit „Tierleid und Qual” einher. Das Gehege im feuchtkalten Donaumoos dürfte kaum ein artgerechtes Revier abgeben für die lauffreudigen, ans trocken-heiße afrikanische Klima gewohnten Wildvögel. Vor allem aber dürften nur die 30 Zuchtstraussen im Eiland ein einigermaßen langes Leben führen; den 400–500 Küken und Jungstraußen, die auf der Farm leben, gönnt man dagegen nur einen Bruchteil ihrer maximal 50 Lebensjahre. Sie werden getötet, sobald sie ihr Schlachtgewicht erreicht haben, was üblicherweise nach 15–18 Monaten soweit ist.

Die Vegionale hat das Straussen-Eiland hartnäckig um ein Interview gebeten, ist aber letztlich trotz freundlichem Kontakt gescheitert. Daher können wir nur begründet vermuten.

AUS DEM TIERHEIM

„Jährlich kommen um die 200 Tiere an“

Ein Einblick in das Günzburger Tierheim Arche Noah

 ·  Regionales Haustiere  ·  10. März 2026  ·  Aus Ausgabe 1/2026, S. 27 · Emma Sposato

Junge Katze im Tierheim
Bild: Die Vegionale

Sicherlich fragt man sich: Was muss passieren, dass so viele Lebewesen pro Jahr abgegeben oder gefunden werden?

Häufig ist die Allergie gegen die Fellnasen ein Grund. Viele wissen nicht, dass sie allergisch sind, etwa gegen Katzenhaare, und bemerken es erst, wenn die Nase beim Schmusen läuft. Manchmal sind es auch finanzielle Schwierigkeiten, oder, immer häufiger, unüberlegte Anschaffungen.

Oft werden die Tiere herrenlos gefunden, ob vor den Türen des Tierheims oder auf den Straßen. Die Mitarbeiter lassen das Tier nach der Ankunft durchchecken und, sofern sich kein ursprünglicher Halter meldet, impfen und gegebenenfalls kastrieren. Anschließend suchen sie nach einem neuen, liebevollen Zuhause. Bis dahin haben Katzen im Tierheim sechs gut ausgestattete Räume mit Kratzbäumen und Außenbereich; Hunde verweilen in großzügigen Zwingern im Hundehaus, welche mit Fußbodenheizung ausgestattet sind und ebenfalls über einen Außenbereich verfügen. Im Durchschnitt befinden sich etwa 30 Katzen und 10 Hunde im Heim. Aber keine Sorge, so viele wie abgegeben werden, werden wieder vermittelt. Jungtiere finden schnell ein neues Zuhause. Schwerer haben es ältere, chronisch kranke oder traumatisierte Tiere. Manche besonders schwierigen Fälle bleiben auch länger oder gar für immer im Tierheim. „Doch mit einem Sozialisierungs-Training geben wir auch schwierigen Vierbeinern die Chance, sich zu entwickeln und wieder einen Halter zu finden“, merkt Bianca Theil an, die ehemalige Leiterin der Arche Noah.

Die Auswahl neuer Besitzer

Wer sich dafür entscheidet, ein Tier zu adoptieren, kann nicht einfach reinspazieren und sich eins mitnehmen. Für Katzen verlangt die Arche Noah drei Besuche, damit sich Tier und Mensch aneinander gewöhnen und die Entscheidung gut durchdacht ist, für Hunde noch mehr. Denn das Tierheim wählt neue Besitzer sorgfältig aus. Mit Erfolg: Nur rund fünf bis zehn Prozent der Tiere kommen wieder zurück, weil später Probleme auftreten.

Zur Adoption müssen die neuen Halter ein wenig Geld in die Hand nehmen. Für ein Kitten, einfach geimpft und gechipt, fällt eine Schutzgebühr in Höhe von 70 Euro an. Für eine ältere Katze, welche vollständig geimpft, gechipt und auch bereits kastriert ist, bis zu 180 Euro. Die Schutzgebühr bei Junghunden unter einem Jahr beträgt 400 Euro, bei ausgewachsenen Hunden 300 Euro.

(Sach-)spenden willkommen

Diese Einnahmen decken aber bei weitem nicht die Ausgaben der Arche Noah, die auch unter den steigenden Preisen für Tierärzte, Futter und Energie leidet. Die Stadt hilft zwar mit Fundtierpauschalen, doch ohne Spenden könnte das Tierheim nicht überleben und nur rote Zahlen schreiben; deshalb freut es sich immer über Geld- und Sachspenden.