Naturschutz
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Tiere in der Region
Frieda – oder der Moment, der alles änderte
Auf dem Lebenshof in Obermarchtal leben knapp 50 Rinder – artgerecht und als Selbstzweck. Möglich macht dies der Verein Lebenshilfe Kuh und Co.
Auf dem Lebenshof in Obermarchtal leben knapp 50 Rinder. Nicht als Produzent von Fleisch und Milch, sondern artgerecht und als Selbstzweck. Möglich macht es der Verein Lebenshilfe Kuh und Co. Sabine Massler springt begeistert auf den Stall zu. „Merle und Ludwig und Fenja, schön, dass ihr hier seid,“ ruft sie. Die Kälber, Merle und Ludwig, recken ihre Köpfe neugierig durch das Gatter. Sie schlecken mit rauen Zungen über unsere Hände, lassen sich streicheln, greifen mit ihrem Maul nach unseren Kleidern und tollen durch den Stall. „Die Fenja, die Kuh, hat Zwillinge bekommen. Eine davon ist den Hang heruntergefallen und hat furchtbar geschrien. Das war die Merle.“ Ihr Bruder Ludwig war, wie alle männlichen Kälber, schon für die Mast bestimmt. „Man weiß nie, wo sie enden. In Holland oder Spanien in der Kälberzucht, wo man sie auf Eisenmangel setzt, oder in Saudi-Arabien, zum Schächten. Wer weiß,“ erklärt Sabine. In ihren Augen glitzern Tränen. Dann setzt sie, gerührt vor Freude, hinzu: „Ich bin so froh, dass du stattdessen hier bist, Ludwig!“ Eine Tierschützerin hatte Merle entdeckt. Aus Mitleid mit dem Kalb kaufte sie dem Bauern auch die Mutter, Fenja, sowie Ludwig ab und übergab die Familie Sabines Verein „Lebenshilfe Kuh und Co.“, der sie wiederum zum Lebenshof in Obermarchtal brachte. „Wir haben komplett umgestellt,“ erzählt Peter K., der Besitzer des Hofes, „das war eine Entsch
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Tiere in der Region
Landschaftspfleger auf Klauen
Rinder sind von Natur aus Landschaftspfleger. Im Donaumoos macht man sich das zunutze.
Rinder sind von Natur aus Landschaftspfleger. Sie fressen Gräser und Triebe junger Büsche, und schaffen so den Lebensraum, den sie benötigen: die offene Graslandschaft. Diese ist nicht nur ihnen eine Heimat, sondern auch vielen weiteren Tieren und Pflanzen. Leider wurden offene Wiesen selten. Sie verbuschen und verwalden oder verschwinden zunehmend aus der Landschaft. Daher versuchen Naturschützer, sie zurückzugewinnen – und Rinder und Büffel sind dabei unersetzlich. Sie erfüllen die Aufgabe eines Rasenmähers, brauchen dabei keinen Strom und metzeln keine Igel oder Vogelnester, erreichen aber problemlos Orte, an denen Rasenmäher scheitern. Ein Beispiel dafür ist das Donaumoos. Perfekt gemacht für diesen Job Das Schwäbische Donaumoos zwischen Leipheim und Langenau hat eine mystische Aura. Über den Wiesen hängt eine feuchte Luft, tote Bäume recken sich in den Himmel, und überall flattert, summt und singt es. Es ist immer ruhig, aber niemals still. Das war nicht immer so. Im 19. Jahrhundert wurde das Moor zunehmend entwässert, um Torf zu gewinnen und die Flächen landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Erst in den letzten Jahrzehnten rückte der Wert der Moore als Lebensraum, Wasserspeicher und Kohlenstoffsenke wieder stärker ins Bewusstsein. „Seit 2011 vernässen wir das Leipheimer Moos. Heute weist es wieder deutlich moortypischere Habitate auf und bietet vielen seltenen Pflanzen- un

