Tierschutz, Ernährung und Gesundheit in Ulm, Neu-Ulm und Günzburg

Titelthema

Tiere in der Region

Mensch und Tier in der Region

Überall in der Region treffen Mensch und Tier zusammen – manchmal zum Wohl, manchmal zum Leid der Tiere. Unsere Karte zeigt einige Highlights, von den Fledermäusen in den Höhlen auf der Alb über den Ulmer Schlachthof bis zum Straußeneiland in Leipheim.

August 2026

Die zweite Ausgabe ist da

Mit sehr viel Muh und vielen weiteren Themen für Veganer und Tierschützer: Die zweite Vegionale liegt in der Region aus.

Wo, seht ihr auf unserer Karte mit Auslagestellen.

März 2026

Die erste Ausgabe liegt aus

Es ist soweit: Die Vegionale liegt gedruckt an vielen Stellen in der Region aus, in Ulm, Neu-Ulm, Günzburg und darum herum.

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Aus dem Magazin

Gemischtes

  • Tierhaltung

    „Eine Kuh, die ein Werkzeug benutzt – das galt als unmöglich.“

    Die Kuh Veronika machte Schlagzeilen, weil sie verblüffend intelligent ist. Kognitionsbiologin Alice Auersperg, die Veronika dokumentiert hat, erklärt im Interview, warum.

    Die Kognitionsbiologin Alice Auersperg sucht Werkzeuggebrauch sonst auf fernen Inseln. Eine ihrer erstaunlichsten Entdeckungen machte sie auf einer Weide in Kärnten: eine Kuh, die sich mit einem Rechen kratzt. Auf einer Wiese im Gailtal hebt eine Kuh einen hölzernen Rechen vom Boden auf. Sie dreht ihn so, dass die Zinken nach unten zeigen, klemmt den Stiel zwischen die Zähne und kratzt sich den Rücken. Veronika, 13 Jahre alt, hat das niemand beigebracht. Sie lebt bei einer Kärntner Künstlerfamilie, läuft das ganze Jahr auf der Weide und darf tun, was die meisten Kühe nie dürfen: spielen. Vor neun Jahren fing sie an, Stöcke aufzuheben. Mit Veronika beschäftigt sich heute eine Forscherin der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Dass eine Kuh Werkzeuge benutzt, hat selbst sie überrascht. Frau Auersperg, wie sind Sie auf Veronika gestoßen? Ich habe vor gut einem Jahr ein Buch über den Erfindergeist der Tiere geschrieben. Danach haben mir ständig Leute Videos geschickt von Tieren, die angeblich Werkzeuge benutzen. Das meiste war Fake. Aber dann kam ein Video von einer Familie aus Kärnten: Darauf kratzt sich eine Kuh mit einem Holzrechen den Rücken. Was ist daran so besonders? Eine Kuh, die sich kratzt, klingt erst mal nach nichts. Sie hat den Rechen mit den Zinken nach unten ausgerichtet, als würde sie seine Funktion verstehen. Im Sommer plagen Rinder die Fliegen. Deshalb stellt

  • Tierhaltung

    Kühe an der Kette

    Mehr als 350 Tierärztinnen und Tierärzte verlangen ein schnelles Verbot der Anbindehaltung von Rindern. Es wird dringend Zeit!

    Von Rouven Zietz / Christoph Bergmann Mehr als 350 Tierärztinnen und Tierärzte verlangen ein schnelles Verbot der Anbindehaltung von Rindern. Dieses sei "längst überfällig", schreiben sie in einem offenen Brief an Bundesagrarminister Alois Rainer. Die Praxis sei „aus tierärztlicher Sicht nicht vertretbar“. Sie "verstößt nicht nur gegen das Tierschutzrecht, sondern widerspricht auch grundlegenden Prinzipien der Tiermedizin." In Deutschland stehen noch rund 1,1 Millionen Rinder an der Kette, fast eine halbe Million davon Milchkühe, viele ganzjährig. Die Praxis ist seit langem umstritten. Die Rinder können sich kaum bewegen und sind nicht in der Lage, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Das verursacht körperliches und seelisches Leid. Überhaupt nicht artgerecht Veröffentlicht haben die Veterinäre den Brief im Januar vor der Grünen Woche in Berlin. Die Tierärzte hinter dem Brief werden die ganzjährige Fixierung sogar als Rechtsbruch. „Wer Tiere in ganzjähriger Anbindehaltung hält, macht sich eindeutig strafbar“, kommentiert Madeleine Martin, hessische Landestierschutzbeauftragte und Erstunterzeichnerin, die Veröffentlichung des Briefes. Sie beruft sich auf Paragraf 2 des Tierschutzgesetzes, der bestimmt, dass ein Halter die „Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken“ darf, dass diesem Leid oder Schmerz entstehen. Im Grunde sollte sich das mit ein

  • Tierhaltung

    Die Weide: eine Illusion

    Rind gilt als das nachhaltige Fleisch, das man, im Gegensatz zum Schwein, mit einigermaßen gutem Gewissen kauft. Ist das so?

    Rind gilt als das nachhaltige Fleisch, das man, im Gegensatz zum Schwein, mit einigermaßen gutem Gewissen kauft. Ist das so? Wenn man an Rindfleisch und Milch denkt, kommen einem schnell schöne, idyllische Bilder in den Sinn: Leben die Rinder nicht frank und frei auf der Weide? Fressen sie nicht das Gras, das ansonsten verdorrt, bewirtschaften sie nicht Hänge, die ansonsten verbuschen? Ist Rind und Käse zu essen nicht sogar gelebter Naturschutz, wie es Hubert Weiger, ehemaliger Vorsitzender der Naturschutzorganisation BUND, vor wenigen Jahren sagte? Die Kuh ist ohne Zweifel ein biologisches Wunder. Sie wandelt Gras, das für die meisten Lebewesen unverdaulich ist, in nährstoffreiche Lebensmittel um. Sie kann Flächen bewirtschaften, die für Pflug und Traktor unerreichbar bleiben, und sie erhält mit der freien Wiesenlandschaft einen Lebensraum für viele Arten. Aber das Idyll, das man nun vor Augen hat, war vielleicht mal echt. Irgendwann. Heute ist es eine Illusion. Erstens lebt nur ein Bruchteil der Rinder auf einer freien Weide. Zwei Drittel leben dauerhaft im Stall, je nach Region etwas mehr oder etwas weniger. Sie bewirtschaften keine ansonsten fruchtlosen Wiesen – sondern fressen das, was auf den Äckern wächst. Zweitens ernähren sich selbst die Rinder, die auf der Weide leben, nicht von Gras allein. Die heutigen hochgezüchteten Rassen, etwa die Weißblauen Belgier für Fleisch

  • Politik & Recht

    Per Gesetz: Videoüberwachung in Schlachthöfen

    Das Kabinett hat die verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen beschlossen. Tierschützer sind erfreut, haben aber auch Kritik.

    Ende April hat das Kabinett die verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen beschlossen. Sieben Handlungen sollen künftig gefilmt werden, von der Entladung bis zum Entblutungsschnitt. Kritisiert wird aber, dass das Gesetz bis zu 95 Prozent der Betriebe ausnimmt – und es nur als Ordnungswidrigkeit wertet, Aufnahmen verschwinden zu lassen. Am 29. April 2026 hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes beschlossen. Sein Kern ist ein einziger neuer Paragraf: §4d verpflichtet Betreiber von Schlachteinrichtungen, in denen warmblütige Tiere geschlachtet werden, „auf eigene Kosten mittels offen sichtbarer, optisch-elektronischer Einrichtungen“ Videoaufzeichnungen anzufertigen und sie der Kontrollbehörde bereitzustellen. Am 1. Juli 2026 ging der Entwurf als Bundestagsdrucksache 21/6809 ins Parlament. Warum es die Kameras braucht, begründet der Entwurf mit einem Kontrollproblem: Eine „ausbleibende oder unzureichende Betäubung kann mit erheblichen Schmerzen und Leiden der Tiere einhergehen“, weshalb dies gründlich durch Veterinärämter zu überwachen ist. Aber: „Bei der Kontrolle von Schlachteinrichtungen durch die zuständigen Behörden können in der Regel nur ausgewählte Bereiche und Zeiträume betrachtet werden. Insbesondere in größeren Schlachteinrichtungen laufen jedoch zahlreiche Vorgänge mit lebenden Tieren gleichzeitig ab.“ Ein Amts

  • Allgemein

    Editorial für Ausgabe 2

    Über Rinder, Menschen und das Richtige tun: EInige Gedanken zur Veröffentlichung der zweiten Ausgabe.

    Liebe Leserinnen und Leser, diesmal geht’s um Rinder. Die großen, gemütlichen, gutmütigen Tiere, die al-lein dadurch, dass sie da sind, jedes mausgraue Dorf zur süddeutschen Idyllemachen. Die Recherche führte mich auch zu einem Lebenshof in Obermarchtal. Alsich zurückfuhr, war ich ungewöhnlich bewegt, zugleich gerührt und entsetzt.Auf der einen Seite wegen Ludwig, einem Kalb, das begeistert schleckte, tollte,schmuste und die Zitzen seiner Mutter jagte. Es war rührend, Ludwig zu sehen– aber es machte auch begreifbar, was es für ein Verbrechen ist, das fast allenanderen männlichen Milchkälbern angetan wird: Man karrt sie nach Holland,in dunklen, engen Transportern, in die Kälbermast, auf Eisenmangel, damitdas Fleisch weiß bleibt; oder man fährt und schifft sie bis nach Saudi-Arabien,halb verdurstend, in grausamer Hitze, um dort geschächtet zu werden. Ludwigdagegen – er hat einen Namen und eine Zukunft, und das ist wunderbar, machtaber alles noch viel entsetzlicher, und man weiß nicht mehr, ob man vor Freudeoder Trauer zittert … Aber nicht nur das berührte mich. Auch die Menschen: Sabine vom VereinLebenshilfe Kuh und Co., ihr Mann Hubert, der vergnügt Brot und Äpfel ver-fütterte, Peter K. der Landwirt, der auf Lebenstierhaltung umgestiegen ist, seineFrau, die ihn dabei ermutigt und stützt. Diese Menschen haben sich irgendwannentschieden, das Richtige zu tun. Sie haben einen Preis

  • Politik & Recht

    Der Ostsee-Dorsch ist verloren

    Weil die Bestände von Dorsch und Hering in der Ostsee rapide zurückgehen, hat der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) empfohlen, die Fangquoten für beide Arten für 2026 und 2027 auf …

    Weil die Bestände von Dorsch und Hering in der Ostsee rapide zurückgehen, hat der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) empfohlen, die Fangquoten für beide Arten für 2026 und 2027 auf Null zu senken. Die EU-Kommission schlug zumindest vor, die Quoten erheblich zu reduzieren. Doch sie scheiterte damit am Europarat, an dem die zuständigen Fachminister beteiligt sind, darunter der deutsche Landwirtschaftsminister Alois Rainer. Der Europarat habe damit, erklärt der Kieler Meeresbiologe Rainer Froese dem Deutschlandfunk, das Schicksal des Dorsches in der Ostsee besiegelt. Er sei „verloren”, die Ausrottung ohne Fangquoten unvermeidbar.

  • Politik & Recht

    Landwirte aus Kreis Memmingen vor Gericht

    Am Memminger Landgericht läuft seit Januar der „wohl bedeutendste aktuelle Tierschutzprozess", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz: Zwei Landwirte und ihre Angestellten müssen sich wegen der „teils massiven Misshandlung von …

    Am Memminger Landgericht läuft seit Januar der „wohl bedeutendste aktuelle Tierschutzprozess", so Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz: Zwei Landwirte und ihre Angestellten müssen sich wegen der „teils massiven Misshandlung von Rindern" rechtfertigen: Sie hatten 58 Rindern die angebrachte tierärztliche Versorgung verweigert und kranke Tiere qualvoll mit einem Radlader transportiert. Die SOKO Tierschutz hatte dieses Leid schon 2019 dokumentiert, die Landwirte legten bereits 2023 ein Geständnis ab. Seit Januar gibt es 16 weitere Verhandlungstage vor Gericht. „Mehr denn je ist die Politik gefordert, den rechtsfreien Raum und das Vollzugsdefizit bei Milchkühen in Bayern und bundesweit endlich zu beenden,” kommentiert Mülln. Mit einem Urteil ist ab Mitte Mai zu rechnen.

  • Haustiere

    Kann man Hunde vegan ernähren?

    Ob man Hunde vegan ernähren kann und darf, ist unter Tierhaltern umstritten. In der Wissenschaft herrscht dagegen Klarheit.

    Um zu wissen, wofür der Hund gemacht wurde, muss man ihm nur ins Maul schauen. Die Reißzähne zeigen klipp und klar, dass ihm die Schöpfung keinen Brokkoli, sondern andere Tiere auf die Speisekarte geschrieben hat. Dies bringt viele Hundehalter in ein Dilemma. Einerseits sind sie tierlieb und wissen bestens, dass Tiere keine Automaten sind, sondern Geschöpfe, die zu vielfältigen, auch sonderbaren Empfindungen fähig sind. Dass sie durchs Tierfutter die Massentierhaltung subventionieren – mit ungefähr einer Milliarde Euro im Jahr – dürfte den wenigsten Hundehaltern gefallen. Aber andererseits braucht der Hund halt Fleisch, um gesund zu bleiben. Oder? Soweit man weiss eben nicht. Fast alle Studien, die es dazu gibt, zeigen, dass man Hunde nicht nur problemlos vegan ernähren kann – sondern sie damit auch gesünder und länger leben. 25 Jahre alt und vegan Hunde sind eben keine Wölfe mehr. Sie haben sich mit dem Menschen entwickelt und gelernt, Kohlenhydrate zu verstoffwechseln. Wären sie nicht in der Lage, zu verdauen, was dem Menschen von der Tafel fällt, wären sie längst ausgestorben. Zudem hat das, was im Hundefutter steckt, nichts mit dem guten Fleisch zu tun, das Wölfe reißen. Es sind Schlachtabfälle – Knorpel, Haare, Hufe, Urin – aus einer Massenhaltung, die die Tiere krank und ihr Fleisch ungesund macht. Dementsprechend berichten viele Hundehalter davon, dass eine vegane Ernähr

  • Philosophie

    Trolle gegen Veganismus

    Wie die Fleischindustrie das Internet zum Schlachtfeld antiveganer Propaganda macht. Ein aktueller Verdacht.

    Im November 2025 ging ein Reddit-Post in der veganen Community viral. Unter dem Titel „I was paid to discredit veganism online. Ask me anything." – „Ich wurde dafür bezahlt, Veganismus online schlechtzureden. Fragt mich alles." – schilderte ein anonymer Nutzer, wie er ein Jahr lang für eine US-amerikanische Handelsorganisation der Fleischindustrie gearbeitet hatte. Der Post schoss innerhalb von Stunden an die Spitze des Feeds. Tausende kommentierten, teilten, diskutierten. Und viele schrieben dasselbe: Sie hatten das Gefühl, dieser Text beschreibe etwas, das ihnen aus Online-Diskussionen wohlbekannt vorkam. Was der Whistleblower berichtet Der Poster - sein Konto wurde inzwischen gelöscht, der Thread ist aber gut dokumentiert - beschreibt, wie er für 17 Dollar die Stunde im Internet gegen Veganismus gehetzt hat. Laut ihm ruhte das System auf fünf Säulen: Gefälschte Krankengeschichten. Das Team erstellte neue Accounts, gab sich als langjährige Veganer aus und veröffentlichte erfundene Leidensberichte, von Haarausfall bis zur Zwangsstörungen, alles angeblich durch vegane Ernährung verursacht. Massenproduktion von Ex-Veganer-Erzählungen. Sie fabrizierten ganze Gesprächsverläufe in Ex-Veganer-Foren, um den Eindruck zu erwecken, dass in Scharen Menschen aus dem Veganismus „fliehen". Streuung falscher Gesundheitsbehauptungen. Sie verstärkten routinemäßig Ängste vor Nährstoffmängeln, d

  • Tierhaltung

    Die Geflügelpest tobt

    In Deutschland forderte die Vogelgrippe im vergangenen Winter mehrere Millionen Opfer – und bedroht zunehmend Wildvögel.

    Die „aviäre Influenza”, wie die Vogelgrippe fachmännisch heißt, tritt seit 2004 in jedem Winter auf – selten aber so heftig wie im vergangenen. Ende 2025 hatte die Seuche bereits rund 2,5 Millionen Tiere das Leben gekostet. Die Schwerpunkte lagen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, betroffen waren vor allem Puten und Hühner. Sobald in einem Betrieb eine Infektion festgestellt wird, greift ein Protokoll: Es gibt eine Sperr- und eine Schutzzone. In ihr gilt eine Stallpflicht für Geflügel sowie strenge Hygieneauflagen. In der Herde, in der die Seuche auftritt, werden alle Tiere „gekeult”, also getötet. Selbst wenn nur ein einziges betroffen war. Wegen dieses rabiaten Seuchenschutzes explodierten die Opferzahlen rasch. Allein in Niedersachsen wurden 1,5 Millionen Vögel getötet. Zu sagen, dass die Tiere ohnehin geschlachtet werden, wäre dabei zu einfach: Denn die Kadaver werden verbrannt, anstatt in den Handel zu gehen. Daher kommen die 2,5 Millionen gekeulten Tiere auf die Leben hinzu, welche die Fleischindustrie ohnehin nimmt, sozusagen als Bonus: Sie werden mit gebraten, gegrillt und gekocht, wenn Göckele oder Pute auf dem Teller landen. Die Landwirte, die ihre Tiere verlieren, erhalten dagegen von der Tierseuchenkasse eine Entschädigung. In Niedersachsen zahlte die Kasse rund 32 Millionen Euro aus, die Hälfte davon aus Steuermitteln. Wildtiere vermehrt betr

  • Haustiere

    Die Haustier-Seite

    Haustiere halten eine besondere Stellung im Tierreich. Während die meisten Nutz- und Wildtiere eher das Opfer der menschlichen Zivilisation sind, profitieren Haustiere von ihr. Sie genießen Schutz vor Unwetter und …

    Haustiere halten eine besondere Stellung im Tierreich. Während die meisten Nutz- und Wildtiere eher das Opfer der menschlichen Zivilisation sind, profitieren Haustiere von ihr. Sie genießen Schutz vor Unwetter und Fressfeinden, nehmen eine medizinische Versorgung in Anspruch, von der früher Könige geträumt hätten, und sind von Rechts wegen besser vor Gewalt und Missbrauch geschützt als Kinder noch vor wenigen Jahrhunderten. Nichtsdestoweniger leiden Haustiere oft unter den Menschen, etwa wenn sie als falsch erzogene Problemhunde keine Halter mehr finden oder nach einer unüberlegten Anschaffung einfach wieder ausgesetzt werden.

  • Ernährung & Gesundheit

    Wie ersetze ich … ?

    ## Eier Eier geben Festigkeit, etwa im Teig für Spätzle oder Kuchen. Wie man sie ersetzt, hängt vom Gericht ab. Bei Spätzle kann man den Teig etwas dicker anrühren und …

    Eier Eier geben Festigkeit, etwa im Teig für Spätzle oder Kuchen. Wie man sie ersetzt, hängt vom Gericht ab. Bei Spätzle kann man den Teig etwas dicker anrühren und einen Teil des Wassers durch Sojamilch ersetzen. Für den Ei-Geschmack kann man das schwefelige Kala Namak Salz hinzuzugeben, für die Farbe etwas Kurkuma. Alternativ bietet sich etwas Johannesbrotmehl als Bindemittel an. Für Kuchenteig gibt es eine Fülle an Optionen. Am einfachsten ist es, den Eiersatz aus dem Supermarkt zu benutzen. Beliebt ist auch Aquafaba, also das Wasser aus Kichererbsendosen. Oder ein Leinsamenei (einfach einen Esslöffel Leinsamen mit zwei Esslöffeln Wasser vermischen) – oder schlicht eine zerdrückte Banane oder etwas Apfelmus. Ein schönes Rührei bekommt man dagegen hin, wenn man eine Packung Seidentofu zerdrückt und mit Kala Namak mischt. Käse Für Käsescheiben führt kein Weg an Ersatzprodukten vorbei, die mal mehr, mal weniger passend sind und in der Regel aus Cashews, Mandeln, Kokos oder Sonnenblumenkernen bestehen. Bei Frischkäse ist die Qualität schon hoch, für Pizzakäse gibt es „veganen Reibegenuss”, der mal mehr mal weniger gut passt. Ein Klassiker sind Hefeflocken, die von sich aus einen käsigen Geschmack mitbringen. Zusammen mit Cashewnüssen oder Mandeln, als Mehl oder fein gehackt, ergeben sie eine natürliche Alternative zum Parmesan. Für authentische Kässpätzle kann man einige Käseers

Regionales

  • Tiere in der Region

    Landschaftspfleger auf Klauen

    Rinder sind von Natur aus Landschaftspfleger. Im Donaumoos macht man sich das zunutze.

    Rinder sind von Natur aus Landschaftspfleger. Sie fressen Gräser und Triebe junger Büsche, und schaffen so den Lebensraum, den sie benötigen: die offene Graslandschaft. Diese ist nicht nur ihnen eine Heimat, sondern auch vielen weiteren Tieren und Pflanzen. Leider wurden offene Wiesen selten. Sie verbuschen und verwalden oder verschwinden zunehmend aus der Landschaft. Daher versuchen Naturschützer, sie zurückzugewinnen – und Rinder und Büffel sind dabei unersetzlich. Sie erfüllen die Aufgabe eines Rasenmähers, brauchen dabei keinen Strom und metzeln keine Igel oder Vogelnester, erreichen aber problemlos Orte, an denen Rasenmäher scheitern. Ein Beispiel dafür ist das Donaumoos. Perfekt gemacht für diesen Job Das Schwäbische Donaumoos zwischen Leipheim und Langenau hat eine mystische Aura. Über den Wiesen hängt eine feuchte Luft, tote Bäume recken sich in den Himmel, und überall flattert, summt und singt es. Es ist immer ruhig, aber niemals still. Das war nicht immer so. Im 19. Jahrhundert wurde das Moor zunehmend entwässert, um Torf zu gewinnen und die Flächen landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Erst in den letzten Jahrzehnten rückte der Wert der Moore als Lebensraum, Wasserspeicher und Kohlenstoffsenke wieder stärker ins Bewusstsein. „Seit 2011 vernässen wir das Leipheimer Moos. Heute weist es wieder deutlich moortypischere Habitate auf und bietet vielen seltenen Pflanzen- un

  • Interviews

    „Ungerechtigkeit tut mir körperlich weh.“

    Die Ulmerin Miriam Broux sitzt im Bundesvorstand der Partei Mensch Umwelt Tierschutz und trat bei der letzten Landtagswahl als Spitzenkandidatin an. Hier im Interview.

    Interview von Rouven Zietz Der vegane Schokokuchen bleibt fast unberührt. Miriam Broux hat ihn bestellt, dazu einen Cappuccino, aber zum Essen kommt sie kaum während unseres fast zweistündigen Gesprächs. Am Nachbartisch im Café Aegis spielen Studenten Karten, zwei Tische weiter klackern die Steine eines Backgammon-Spiels. Broux, 37, ist in Ulm geboren und mit der Stadt verwachsen. Sie kämpft für Ziele, an die sonst kaum jemand glaubt. Das mit dem körperlichen Schmerz – wie meinst du das? Ich bin neurodivergent, vergangenes Jahr habe ich meine ADHS-Diagnose bekommen. Dazu gehört oft ein starker Gerechtigkeitssinn, und der trifft auf mich wirklich zu. Wenn ich Ungerechtigkeit sehe, ist das kaum auszuhalten, fast ein physischer Schmerz. Diesen Weltschmerz trage ich seit der Pubertät in mir. Und mit ihm das Bedürfnis, etwas Sinnstiftendes zu tun. Ich meckere nicht nur, ich überlege, was ich tun kann. Wann wurde aus diesem Gefühl Politik? 2017. Damals stimmte der CSU-Agrarminister Christian Schmidt auf EU-Ebene für die Verlängerung von Glyphosat, gegen die Absprache mit der Umweltministerin. Da dachte ich: Es kann doch nicht sein, dass Profitgier über dem Verbraucherschutz steht. Wir vergiften Böden, Insekten und Vögel und wissen bei vielem nicht, was wir anrichten. Da war für mich klar: Ich muss selbst dahin, wo entschieden wird. Damit ich mit Bayer, Monsanto und Co. überhaupt auf

  • Aktivismus

    Aktivismus

    Viele Veganer erzählen dasselbe: Wenn man einmal ins Bewusstsein lässt, dass das, was da auf dem Teller liegt, einmal ein lebendes Tier war, mit Augen und mit Seele, passiert der Rest von selbst.

    Ab da wird es einfach, geradezu zwingend, auf tierische Produkte zu verzichten. Denn die Wahrheit ist schlicht: Wir verursachen ein endloses Tierleid – eineinhalb Millionen tote Schweine nur im Schlachthof Ulm – und das ohne jede Not. Wir Menschen können uns auch ohne Fleisch den Bauch prima füllen und die Füße ohne Leder wärmen. Und dabei liebt doch jeder Tiere! Die meisten Menschen reagieren mit Abscheu, wenn einer ein Tier aus niedrigen Gründen quält … nur um kurz darauf eine Semmel mit Leberkäs’ zu verputzen. – Wie können Liebe und unnötiges Leid so sehr Hand in Hand gehen? Viele Veganer bringt dieser Widerspruch zur Verzweiflung. Sie würden die Mischköstler unter uns am liebsten schütteln, bis ihnen das Brett vorm Kopf wegfällt! Aktivisten wie Johannes und Stefan versuchen genau das: Sie werden laut für die Tiere, was nicht jedem unbedingt gefällt – aber manchen hilft, einen überreifen Groschen fallen zu lassen.

  • Aktivismus

    Anonymous for the Voiceless

    „Die meisten Leute reagieren erschrocken – wie normale Menschen, die Empathie haben.“ Man findet Stefan, 19 Jahre alt und Mathestudent an der Uni Augsburg, am Abend meist in einer Fußgängerzone. Einmal die Woche in Ulm, Ingolstadt und Augsburg, zweimal die Woche in München. Dort spricht Stefan für die „Anonymous for the Voiceless“ Passanten an, während einer aus der Gruppe mit Guy-Fawkes-Maske einen „Cube“ hält, einen Bildschirm auf der Brust, manchmal noch am Rücken, auf dem der Film „Dominion“ läuft – schwer erträgliche Szenen der alltäglichen Tierqual in Schlachthäusern und Ställen hinter der Fassade unseres Alltags. Die Gruppe versucht, Empathie für die Tiere zu wecken, und fordert die Passanten auf, künftig vegan zu leben. In Ulm trifft man sie seit Juli 2025 jeden Donnerstag von 17 bis 20 Uhr in der Fußgängerzone zwischen Münster und Bahnhof. Das lose verbundene Netzwerk hilft dabei, sich nicht allein zu fühlen und gute Argumentations-Strategien zu finden. So oft die fürchterlichen Videos auf den Cubes zu sehen, schlägt Stefan manchmal aufs Gemüt – aber laut für die Tiere zu werden gibt ihm Sinnhaftigkeit und Resilienz. Mitmachen? Kommt vorbei oder vernetzt euch auf Instagram: @av.ulm „Viele Leute erkennen den Widerspruch, Tiere zu respektieren, sie aber dann eine Ecke weiter auszubeuten.”

  • Tiere in der Region

    Angelseen an der Donau

    Kaum etwas prägt die Region so stark wie der Bau der Autobahnen. Aber nicht, weil ihre Betonspuren graugerade durch die Landschaft schneiden, sondern weil man für ihren Bau unzählige Kiesgruben …

    Kaum etwas prägt die Region so stark wie der Bau der Autobahnen. Aber nicht, weil ihre Betonspuren graugerade durch die Landschaft schneiden, sondern weil man für ihren Bau unzählige Kiesgruben an der Donau ausgehoben hat. Aus diesen entstand zwischen Ulm und Leipheim ein in Süddeutschland seltenes Paradies aus Baggerseen – zur Freude von Wasserratten und Anglern, die aus ganz Süddeutschland anreisen, aus Stuttgart, München, Füssen. An sonnigen Tagen kaufen mehr als 100 Personen im Angelcenter Elchingen Tageskarten für einen der mehr als 20 Seen, die der Laden betreut. Es gibt aber noch viele weitere, allein 33 Gewässer des Ulmer Angelvereins. Gefischt werden vorwiegend Hecht und Karpfen, aber auch Giebel, Zander, Schleie, Brachse und andere. Dass die Fische es nicht eben toll finden, so gewaltsam aus dem Leben gerissen zu werden, versteht sich von selbst. Aber immerhin durften sie, im Gegensatz zu Schweinen, bis dahin in Freiheit leben. Und anders als die Meeresfischer rotten die Angelvereine die Fischarten nicht aus, sondern sorgen dafür, dass die Bestände in den Seen stabil bleiben.

  • News

    Igelschutz per Allgemeinverfügung

    Ende November brachte der Ulmer Stadtrat eine Allgemeinverfügung für den Igelschutz auf den Weg. Damit reagiert die Stadt darauf, dass der europäische Igel zunehmend bedroht ist, unter anderem, weil die …

    Ende November brachte der Ulmer Stadtrat eine Allgemeinverfügung für den Igelschutz auf den Weg. Damit reagiert die Stadt darauf, dass der europäische Igel zunehmend bedroht ist, unter anderem, weil die Gärten immer gepflegter, aber damit auch weniger igelfreundlich werden. Ulm wird dadurch zur ersten Stadt in Baden-Württemberg, die Igel und andere Wirbeltiere durch eine solche Verfügung besser schützt. Unter anderem sollen mehr geeignete öffentliche Übernachtungsmöglichkeiten für Igel geschaffen und ein nächtliches Mähverbot für Roboter erlassen werden, da immer wieder Igel unter deren Messer geraten.

  • Tiere in der Region

    Tote Möwen und Schwalben im Plessenteich

    Unter Naturschützern in der Region weckt die derzeitige Vogelgrippe-Epidemie Erinnerungen an das Frühjahr 2023. Als Nachhall der großen Welle von 2021/22 breitete sich das Virus im Plessenteich aus, einem renaturierten Baggersee im Neu-Ulmer Stadtgebiet, an dem rund 233 Vogelarten leben.

    Anstatt wie gewohnt Brutvögel zu beobachten, mussten die Naturschützer des Gerlenhofener Arbeitskreises Umweltschutz (GAU) im Frühjahr 2023 tote Möwen und Schwalben aufsammeln. Weil Greifvögel und Eulen die Kadaver gefressen hatten, die am Ufer lagen, breitete sich die Epidemie auch auf diese aus, möglicherweise auch auf Rabenvögel. In der Folge kam es zu einem sehr schlechten Brutjahr am Plessenteich, bei Möwen und Seeschwalben beinahe zum Totalausfall. Bei den Möwen hat sich die Population mittlerweile wieder einigermaßen erholt, während Seeschwalben selten bleiben. Eine weitere Vogelgrippe-Saison könnte dem Bestand erheblich zusetzen. Immerhin darf man hoffen, dass die aktuelle Welle am Plessenteich vorüberzieht, da die Seevögel dort, anders als Stallvögel, noch durch die letzte Epidemie immunisiert sind.

  • Interviews

    „Was sagen Sie zur gesellschaftlichen Wende zum Veganismus?“

    Klar: Längst nicht jeder lebt vegan, im Grunde nur eine kleine Minderheit. Aber weil fast jeder eine Meinung hat, wenn es ums Essen geht, hat sich die Vegionale in Ulm und Günzburg umgekehrt: Was denken die Leute darüber, dass der Veganismus auf dem Vormarsch ist?

    Günzburg, Fußgängerzone Frank, 50, Polizist „Unsinn finde ich das! Das Huhn legt ja so oder so Eier. Ich habe aber schon mitbekommen, wie andere aus meinem Umfeld vegan geworden sind. Bei denen klappt das auch echt gut. Für mich wäre es trotzdem nichts. Mir würden Fleisch und Käse zu sehr fehlen.” Simon, 46, Klempner „Super. Mir selbst schmeckt Fleisch zwar sehr, aber aus Respekt vor den Tieren esse ich es kaum noch. Jedes halbe Jahr mal ein gutes Steak. Vermutlich würde ich darauf auch verzichten, wenn mir jemand vor Ort zeigen würde, wie es in der Haltung wirklich zugeht.” Johanna, 44, Kassiererin „Es ist fürchterlich, wie wir Tiere für unsere Belange quälen und schlachten. Zum Teil wirft man sie ja einfach weg, weil man zu viel produziert. Wie das schon klingt! Ich habe 18 Jahre lang weder Fleisch gegessen noch Milch getrunken. Damit ging es mir sehr gut. Auf Eier verzichte ich nicht, und Fleisch esse ich heute wieder, aber nur an besonderen Tagen.” Amari, 14, Schülerin „Ich bekomme vom Thema wenig mit. Ich kenne keine Veganer oder Vegetarier. Vielleicht ist das Thema in Hamburg groß. Hier aber nicht. Ich mag Tiere ja, aber in meinem Alter beschäftigt sich niemand damit. Massentierhaltung unterstütze ich trotzdem nicht.” Ulm, Weihnachtsmarkt Klara, 21, Studentin „Man sollte machen, was man für richtig hält. Ich könnte nicht vegan leben. Das ist mir zu radikal. Ich esse doch

  • Haustiere

    „Rausfinden, was funktioniert – und dann hartnäckig bleiben“

    Lena Probst leitet die Ulmer Hundeschule Pedadogical und resozialisiert Problemhunde, die zum Teil auch schon gebissen haben. Hier gibt sie neun Tipps zur Hundeerziehung.

    1. Die Rasse ist nicht alles, aber auch nicht nichts Ein Rottweiler ist in der Tendenz anders als ein Labrador. Labradore sind als Familien- und Jagdhunde gezüchtet, Rottweiler, um Rinder zu treiben. Daher sollten sie auch unerschrocken bleiben, wenn ein Rindvieh nach ihnen tritt, was für viele Halter eine (zu) große Herausforderung ist. 2. Nur positive Erziehung funktioniert selten Viele Hundetrainer raten, falsches Verhalten zu ignorieren und richtiges zu belohnen. Das kann (manchmal) bei einem Bilderbuch-Labrador funktionieren. Aber wenn ein Rottweiler einen anderen Hund fressen möchte, sollte man das nicht ignorieren. 3. Alle vier Quadranten einsetzen Es gibt vier Quadranten der Lerntheorie: positive und negative Verstärkung sowie positive und negative Strafe. Sie sind, je nach Hund und Problem, nützlich, um dem Hund klar zu machen, was er darf und was nicht. Wenn er das nicht weiß, horcht er auch nicht. 4. Die richtige Methode ist individuell Nicht jede Korrektur klappt bei allen Hunden. Bei meiner pubertierenden Rottweilerhündin hilft es, sie festzuhalten, bis sie akzeptiert, dass sie wo nicht hin darf. Bei anderen Hunden klappt Anleinen, Ignorieren, Wegschicken, klare Ansprachen oder mehr. Das muss man (mit kompetenter Anleitung) herausfinden. 5. Von Hunden lernen Auch wenn der Hund beim zigten Versuch nicht hört, muss man ruhig bleiben. Ich atme dann durch und überlege

  • News

    Der Tierschützer im Rathaus

    Mit Bastian Thomas Röhm sitzt erstmals ein Vertreter der Tierschutzpartei im Ulmer Gemeinderat. Der 40-Jährige war eigentlich ein starker Fleischesser, doch nachdem er in der Technikerschule den Film „Earthlings“ gesehen …

    Mit Bastian Thomas Röhm sitzt erstmals ein Vertreter der Tierschutzpartei im Ulmer Gemeinderat. Der 40-Jährige war eigentlich ein starker Fleischesser, doch nachdem er in der Technikerschule den Film „Earthlings“ gesehen hatte, wurde er über Nacht zum strikten Veganer. Ihm war mit Wucht klar geworden, wie viel Leid und Unrecht in jedem Bissen Fleisch stecken. Nach einigen Jahren Aktivismus in der Fußgängerzone trat der Maschinenbautechniker der Tierschutzpartei bei, stieg zum Vorsitzenden in Baden-Württemberg auf und ergatterte 2024 einen Platz im Ulmer Stadtrat. Seitdem vertritt er die Interessen der Tiere in der Lokalpolitik. Er sieht sich „als Speerspitze, die den Weg ebnet”. Sein Ziel, „die Massentierhaltung abzuschaffen”, behält er im Hinterkopf, aber die politische Arbeit zwingt ihn dazu, moderatere Brötchen zu backen: Er organisiert etwa die Aufstellung von Taubenschlägen, sorgt für den Wildkatzenschutz und kämpft für ein nächtliches Mähverbot für Roboter, um Igel zu schützen. Nicht alles, was er sich vornimmt, gelingt. So biss er etwa auf Granit, als er die lebende Krippe am Weihnachtsmarkt abschaffen wollte, weil Schafe keine Dekoration sein sollten. Auch sein Vorschlag, eine vegane Speise in der Schulmensa anzubieten, erntete empörten Widerstand. Aber die Amtszeit von Röhm dauert noch bis 2028 – und geht es nach ihm, noch länger. Für den Tierschutz in der Region gibt

  • Tiere in der Region

    Verwilderte Hauskatzen in Ulm: Keine Freigänger-Romantik

    Die Katzenhilfe Ulm/Neu-Ulm kümmert sich seit 30 Jahren um ein Problem, das vom Menschen verursacht wurde: das der verwilderten Hauskatzen.

    Dann und wann geschieht es, dass jemand seine Hauskatze aussetzt, weil er keine Lust mehr auf sie hat, oder dass, andersherum, eine Katze entläuft und nicht mehr zurückkehrt, weil sie genug von ihrem Menschen hat. So oder so: Die Katze wird zum Streuner, und wenn sie sich vermehrt, verwildert der Nachwuchs. Er ist nicht mehr in der Lage, mit Menschen zu leben - aber, und das ist das Problem: auch nicht ohne sie. Über kurz oder lang bilden sich große Populationen von verwilderten Hauskatzen, die um die Zivilisation herum streunern, auf dem Land um Bauernhöfe, in der Stadt etwa in Industriegebieten wie dem Donautal in Ulm, wo nach Zählungen 300 bis 400 von ihnen leben. Aber auch auf dem Eselsberg oder in den Schrebergärten an der Donau lebt eine ansehnliche Anzahl verwilderter Hauskatzen. Dieses Streunerleben hat aber viel weniger Freigängerromantik, als es sich manche Stubentiger ausmalen, wenn sie verträumt aus dem Fenster schauen. „Wenn es wie im Donautal nicht genügend Mäuse gibt, ernähren sie sich aus den Mülltonnen,“ erzählt Mimi Barth von der Katzenhilfe Ulm / Neu-Ulm, „Viele kommen krank zur Welt, mit kaputten Augen wegen des Katzenschnupfens. Sie sind auch voller Parasiten. Geschätzt 80 Prozent der streunenden Katzen erreichen nicht das erste Lebensjahr.“ Die Mitarbeiter der Katzenhilfe wirken der explodierenden Population entgegen. Das läuft in der Regel so ab: Sie fang

  • Tiere in der Region

    Fledermäuse in Höhlen auf der Alb

    Es gibt in Deutschland mehr als zwei Dutzend Fledermausarten, die fast allesamt bedroht sind. Viele überwintern in Höhlen auf der Alb - und werden dort auch vom Blaubeurener Höhlenverein geschützt. 

    Sie heißen „großer Abendsegler” oder „braunes Langohr”. In Deutschland gibt es 25 Fledermausarten, von denen 23 als gefährdet gelten. Nur zwei von ihnen stehen nicht auf der roten Liste. Die Bestände an Fledermäuse sind in den letzten 50 Jahren dramatisch zurückgegangen. Die Ursachen sind dieselben wie bei vielen anderen Problemen, erklärt der NABU: "Unsere Fledermäuse ernähren sich grundsätzlich von Insekten. Doch seit einiger Zeit beobachten wir einen alarmierenden Rückgang unter ihnen, dessen Umfang noch keiner genau kennt". Eine Studie in Nordrhein-Westfalen zeigte, dass die Gesamtbiomasse der Insekten in nur 15 Jahren um schockierende 80 Prozent geschrumpft ist. So wie vielen Vogelarten geht Fledermäusen die Nahrung aus. Ein wesentlicher Grund liegt in den Insektiziden, auf die die moderne Landwirtschaft angewiesen ist. Besonders drastisch war die Wirkung von DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan), welches nicht nur in der Landwirtschaft eingesetzt wurde, sondern auch als Holzschutzmittel in Dachstühlen, wo viele Fledermäuse schliefen. Über die verspeisten Insekten reicherten sich die fettlöslichen Toxine in Fledermäusen an. In Zeiten großen Energieverbrauchs, etwa beim Aufwachen aus dem Winterschlaf, werden sie wieder freigesetzt und können zum Tod führen. DDT wurde zwar 1972 verboten, nicht aber Insektizide an sich. Diese schützen weiterhin die Ernte der Landwirte, indem sie

Vegane Gastronomie

  • Karte

    Vegane Gastronomie in der Region

    Alle im Heft besprochenen veganen und vegan-freundlichen Lokale in Ulm, Neu-Ulm und Günzburg — mit Marker auf einer Karte.

    Grün heißt ganz und gar vegan, blau „einen Versuch wert". Tippe auf einen Marker für Adresse, Angebot und Website.

  • Gastronomie

    Die vegane Speisekarte

    Wenn Veganer essen gehen, sparen sie Zeit bei der Auswahl. Schließlich gibt es meistens eh nur ein oder zwei Gerichte. Die Vegane Speisekarte macht’s noch einfacher: Sie bringt die veganen Optionen von 20 Restaurants in der Region auf eine einzige Karte.

    Wenn Veganer essen gehen, sparen sie Zeit bei der Auswahl. Schließlich gibt es meistens eh nur ein oder zwei Gerichte. Die Vegane Speisekarte macht’s noch einfacher: Sie bringt die veganen Optionen von 20 Restaurants in der Region auf eine einzige Karte. Gasthof zur Münz (Günzburg) – Gemischter Salat; Pommes Zebrano (Günzburg) – Pommes; Nudeln mit Tomatensoße; Veganer Burger Gaststätte Zur Post (Leipheim) – Gemischter Salat; Gegebenenfalls Wochengerichte Gasthaus zur Linde (Günzburg) – Gemischter Salat; Allgäuer Krautkrapfen Pfannkuchenhaus (Ulm) – Gemischter Salat; Pommes Klosterbräustuben (Obereichingen) – Gemischter Salat; Pommes; Gefüllte Paprikaschoten; Krautkrapfen Barfüßer (Weißenhorn) – Beilagensalat; Falafel Bowl; Pommes Anno 1460 (Weißenhorn) – Gemischter Vorspeisensalat & Cherrytomaten; Orientalisch gefüllte rote Paprika; In Maismehl gebackenes Gemüse; Asiatische Gemüsepfanne; Süßkartoffel-Pommes Restaurant Posthorn (Neu-Ulm) – Grillgemüse (Ohne Parmesan bestellen) Taverne zum Griechen (Neu-Ulm) – Fava mit Kapern; Gegrillte Artischockenherzen; Oliven und Peperoni; Knoblauchbrot; Rosmarinkartoffeln Meteora (Senden) – Vorspeisen (Riesenbohnen, Oliven, Fladenbrot, Knoblauchbrot, gegrillte Paprika); Bohnensuppe; Kartoffelscheiben; Beilagensalat Oberland (Illertissen) – Geröstetes Weißbrot; Gegrillte Peperoni; Gemischter Salat Carina’s ur’Schlössle (Unterknöringen) –

  • Interviews

    „Heute machen Gerichte mit Fleisch nur noch ein gutes Viertel aus“

    Die Mensa der Universität Ulm serviert jeden Tag rund 2.000 Speisen – den größten Teil davon mittlerweile vegan oder vegetarisch. Mensaleiter Dieter Stock erklärt im Interview, wie sich die Ernährungsweisen ändern – und was das für die Systemgastronomie bedeutet.

    Sie wurden vor kurzem von PETA zu einer der veganfreundlichsten Mensen in Deutschland gekürt. Haben Sie darauf hingearbeitet? Nicht konkret auf die Auszeichnung. Aber wir verstehen sie als Wertschätzung dafür, dass wir unser veganes Speisenangebot kontinuierlich entwickeln. Damit werden wir unserer Verantwortung als Großversorger gerecht und reagieren auf die geänderte Nachfrage. Wie integrieren Sie vegane Speisen in Ihr Angebot? Wir haben seit 2020 vier Speiselinien. Fleisch enthält nur noch die Linie „Fleisch und Fisch”, während „Klima Prima” vollständig vegan ist. Die anderen beiden Linien, „Sattmacher” und „Topf und Pfanne”, sind vegan oder vegetarisch. Dazu gibt es Aktionstheken, etwa mit Röstis, hausgemachter Pasta oder Pizza. Gibt es die Pizza auch in vegan? Ja. Wir testen die veganen Käsealternativen, auch für Käsebrötchen in der Cafeteria. Nicht jede ist geeignet, aber das Angebot entwickelt sich rasch, was für mich spannend zu beobachten ist. Apropos Cafeteria: Bieten Sie auch pflanzliche Milch für Kaffee an? Natürlich. Unsere Vollautomaten geben Kaffee seit einigen Jahren sowohl mit Kuh- als auch Hafermilch aus. Dabei wählen bereits 22 Prozent Haferdrink, 40 Prozent die Kuhmilch und der Rest ohne. Milch wird also schon fast zur Hälfte pflanzlich ausgegeben. Das ist bemerkenswert. Wie sieht es bei den Speisen aus? Ähnlich gut. Der Anteil veganer und vegetarischer Geri

Ersatzprodukte

  • Ernährung & Gesundheit

    Die Ersatzprodukt-Parade

    Bekanntermaßen essen Veganer ihr Gemüse am liebsten, wenn es aussieht und schmeckt wie Würste, Schnitzel oder Burger. Daher stellen wir hier die beliebtesten Ersatzprodukte unserer Redaktions-Kantine vor, die zwar gänzlich fleisch- aber keineswegs schnitzelfrei ist.

    Mühlen Cordon Bleu Niemand, der einmal das vegane Mühlen Cordon Bleu gegessen hat, vermisst je wieder ein echtes Cordon Bleu. Die Panade perfekt knusprig, der Schinken zart, der Käse umschmilzt das Sojaschnitzel herzig-heiß. Einziges Manko ist, dass es relativ fettig ist bei mäßig hohem Proteingehalt. Authentizität ★★★★ Geschmack ★★★★★ Nährstoffe ★★★ Billie Green Salami Mittlerweile gibt es ein reiches Sortiment hervorragender Wurstersatzprodukte. Eine Auszeichnung verdient jedoch die Weizeneiweiß-Salami von Billy Green, ob Klassik, im Baguette-Stil oder mit Pfeffer. Nicht nur schmeckt sie verblüffend echt – sie hat mit 32 Gramm Protein und keinen 10 Gramm Fett auch viel bessere Nährwerte als das Original. Authentizität ★★★★ Geschmack ★★★★ Nährstoffe ★★★★★ GreenForce Kötbullar Kötbullar sind die schwedische Variante der Fleischbällchen. GreenForce hat sie in vegan nachgebaut – und man kann nur staunen: Wie kann etwas aus Erbsen so sehr nach Fleischbällchen schmecken? Fast wie bei Ikea. Die Kötbullar, die man in vielen Supermärkten findet, bereichen Salate, Nudelgerichte und mehr. Authentizität ★★★★★ Geschmack ★★★★ Nährstoffe ★★★ GreenForce Leberkäs Jeder vermisst Leberkäs, den Inbegriff des sündig-schlechten Fleisches – außer die Veganer, die den GreenForce-Leberkäse genießen, entweder zum Selbst-Anrühren oder am Stück aus der Packung. Zwar schmeckt das Produkt aus Erbsen und A

  • Gastronomie

    „Mein Lieblingsessen ist immer noch der Zwiebelrostbraten mit Kässpätzle“

    Man sieht Hartmut Distel nicht eben an der Nase an, dass er ein veganer Ernährungsberater ist. Zumindest entspricht der 56-Jährige nicht dem Klischee, dass Veganer nur Möhren und Tofu essen …

    Man sieht Hartmut Distel nicht eben an der Nase an, dass er ein veganer Ernährungsberater ist. Zumindest entspricht der 56-Jährige nicht dem Klischee, dass Veganer nur Möhren und Tofu essen und dauernd Yoga üben. Distel, der auch Serviceleiter der Virtschaft ist, Ulms veganem Restaurant, stellt sich unverkrampft als „Hardy” vor. Er wurde vor acht Jahren vegan, nachdem er einen Herzinfarkt erlitten hatte. Weil er dem Tod von der Schippe gesprungen war, reflektierte er vieles, darunter das ethische Problem, dass Tiere leiden, Gewalt erfahren oder sterben müssen, damit er seinen geliebten Zwiebelrostbraten nach Allgäuer Art mit Kässpätzle essen kann. Ohne Tod kein Fleisch „Ich habe mir lange eingeredet, dass es ok ist, wenn ich mein Fleisch beim Metzger kaufe. Aber das ist es nicht. Je mehr ich mich informierte, umso klarer wurde mir, dass es kein Fleisch, keine Milch und keine Eier ohne Gewalt, Tod und Ausbeutung gibt,” erzählt Hardy. Mit der Entscheidung, fortan vegan zu leben, verlor er aber nicht seine Liebe zu Rostbraten und Spätzle. So einfach läuft es nicht. Also recherchierte und experimentierte er. Spätzle kann man etwa mit weniger Wasser herstellen, so dass sie auch ohne Ei fest werden, alternativ verwendet Hardy gerne Johannisbrotmehl oder eben den Eiersatz, den man im Supermarkt kaufen kann. Das Original womöglich übertroffen Auch auf seinen geliebten Cappuccino mit Mi